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Semele

VenueNationaltheater München
CalendarFr. 25 Sept. 2026 - Mi. 07 Okt. 2026
Inhalt / Details

Produktion

Sie ist Statistin in ihrem eigenen Leben. Die Wirklichkeit ihres Lebens ist ihr fremd. Semeles Vater drängt sie, Athamas zu heiraten, und plötzlich findet sie sich in ihrer eigenen Hochzeitszeremonie wieder, von der Hochzeitsindustrie zu einer pompösen Hollywood-Inszenierung hochstilisiert. Indem sie beginnt, sich selbst von außen zu beobachten, erschafft sie sich eine Parallelrealität als scheinbaren Ausweg, die sie ihrem Leben überlagert und in der all ihre Sehnsüchte erfüllt werden – ein verständnisvoller Vater, ein liebevoller Ehemann, Selbstbestimmung, kurz: Erfüllung. Doch sie ist nur vorübergehend und vor allem nicht real. Am Ende müsste sie in ihr tatsächliches Leben zurückkehren, wo sie als Ehefrau bereits von ihrer Schwester Ino ersetzt wurde, weil sie die ihr zugedachte Rolle nicht erfüllen konnte. Semele ist zwar körperlich anwesend, findet psychologisch jedoch nicht mehr in die Realität zurück. Ihr Geist wird verglühen. Sie hat sich zu weit von der Normalität entfernt. Die starren Erwartungen an sie als Individuum standen ihrem eigenen Willen zu sehr entgegen. Diesen Grundkonflikt Semeles betteten William Congreve und George Frideric Handel auf Grundlage von Ovids Metamorphosen in die für die Barockoper typischen Erzählstrukturen ein. Heute lässt sich darin auch eine Perspektive auf die einengende Kraft des bürgerlichen Korsetts erkennen.

Komponist: Georg Friedrich Händel. Libretto: William Congreve.

Oper nach Art eines Oratoriums (1743)

Empfohlen ab 15 Jahren

Eine Koproduktion mit der Metropolitan Opera, New York

In englischer Sprache mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache. Neuproduktion.

Dauer: ca. 55 Minuten

Einführungen zu Semele finden am 18.07., 20.07., 22.07. und 25.07., jeweils 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn, im Gartensaal des Prinzregententheaters statt.
Bitte beachten Sie: Begrenzte Sitzplatzkapazität, Dauer ca. 20 Minuten.

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Leonardo García Alarcón

Inszenierung: Claus Guth

Bühnenbild: Michael Levine

Kostüme: Gesine Völlm

Licht: Michael Bauer

Video: rocafilm

Choreografie: Ramses Sigl

Chor: Franz Obermair

Dramaturgie: Christopher Warmuth, Yvonne Gebauer

Semele: Louise Alder

Jupiter: Michael Spyres

Apollo: Michael Butler

Athamas: Jakub Józef Orliński

Juno: Marina Viotti

Ino: Avery Amereau

Iris: Jessica Niles

Cadmus/Somnus: Sam Carl

Hohepriester: Roman Chabaranok

Bayerisches Staatsorchester

Chor der Bayerischen Staatsoper

Veranstaltungsort
Nationaltheater München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zunächst elitären, später aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.



Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anstöße kamen dabei etwa aus der revolutionären französischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.


Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-jährigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.

 

Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München ist der Spielort der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

 

Das Nationaltheater können Sie sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des MVV sehr gut erreichen. 

 

Mit dem MVV

S-Bahn: S 1 - 8 Marienplatz
U-Bahn: U 3, 6 Marienplatz, U 3 - 6 Odeonsplatz
Bus: 52, 131 Marienplatz, 100 Odeonsplatz
Straßenbahn: 19 Nationaltheater 


Mit dem Auto 

Anfahrt über den Altstadt-Ring in die Maximilianstraße. 

Parkgarage Max-Joseph-Platz: geöffnet Montag bis Sonntag 6.00 Uhr morgens - 2.00 Uhr nachts

Von 18 Uhr bis 8 Uhr können Sie die Nachtpauschale von € 10,- in Anspruch nehmen.

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