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Maria Stuarda

VenueNationaltheater München
CalendarSo. 20 Dez. 2026 - Sa. 10 Juli 2027
Inhalt / Details

Handlung

Die Oper spielt im Palast zu Westminster sowie im Schloss und dem angrenzenden Park zu Fotheringhay 1587 während der letzten Lebenstage der schottischen Königin Maria Stuart. Sie war 18 Jahre zuvor aus Schottland geflohen und suchte bei ihrer englischen Cousine Elisabeth I. Schutz, die jedoch selbst um ihren Thron fürchtet und Maria seitdem gefangen hält.

 

Erster Akt

Erster Teil: Galerie im Palast von Westminster

Nach einem Turnier zu Ehren des französischen Gesandten, der für seinen König um die Hand der englischen Königin anhalten will, herrscht Feststimmung am englischen Hof. Elisabetta erklärt jedoch, dass sie über diese Heirat noch unentschieden sei – der wahre Grund dafür ist ihre heimliche Liebe zu Graf Leicester.

Talbot und die Höflinge bitten Elisabetta, an diesem Freudentag der gefangenen Maria Stuarda wieder die Freiheit zu schenken. Einzig und allein Cecil, der Baron von Burleigh, ist von unerbittlichem Hass gegen Maria erfüllt und fordert ihren Tod. Elisabetta zeigt sich unentschlossen: zwar würde sie gerne Milde walten lassen, aber innerlich ist sie von Misstrauen, Eifer- und Rachsucht gegen Maria hin- und hergerissen.

In einer Unterredung mit Leicester übergibt Elisabetta diesem einen Ring, den er dem französischen Gesandten als „Liebespfand“ für dessen König überreichen soll. Leicesters höfliche Gleichgültigkeit angesichts einer bevorstehenden Ehe Elisabettas weckt ihren heimlichen Zorn.

Nachdem sich die Königin und alle anderen zurückgezogen haben, überreicht Talbot dem Grafen Leicester ein Miniaturbildnis und ein Schreiben Marias, in dem sie ihn darum bittet, er möge sich doch bei Elisabetta für sie einsetzen. Leicester, dessen Herz schon lange für Maria entbrannt ist, sehnt sich nach einem Wiedersehen und ist zu allem bereit.

Da erscheint überraschend die misstrauische Elisabetta, die Leicester auffordert, ihr Marias Brief zu geben. Nach einem ersten Moment der Überraschung über den bescheidenen Tonfall des Schreibens, fragt sie Leicester direkt nach seinen Gefühlen für Maria. Dieser versucht abzulenken, aber als die Königin wissen will, ob Maria schön sei, lässt er sich zu einer naiven Schwärmerei über deren „engelsgleiches“ Aussehen hinreißen. Elisabetta, innerlich kochend vor Wut und Eifersucht, erhört dennoch Leicesters Bitten und ist bereit, sich mit Maria zu treffen.

 

Zweiter Akt

Zweiter Teil: Park des Schlosses zu Fotheringhay

Maria ist froh, bei einem Spaziergang zusammen mit ihrer Vertrauten Anna die frische Luft genießen zu können. Sie fühlt sich an vergangene glückliche Tage in Frankreich erinnert. Als von ferne Hörner ertönen und sie erfährt, dass Elisabetta mit ihrer Jagdgesellschaft auf dem Weg nach Fotheringhay ist, sinkt ihr Mut. Zu ihrer großen Freude steht plötzlich der von ihr geliebte Graf Leicester vor ihr. Er ist der Jagdgesellschaft vorausgeeilt, um sich unter vier Augen mit ihr unterhalten zu können, und fleht Maria an, sich demütig vor Elisabetta niederzuwerfen. Dies sei der einzige Ausweg, um ihr Leben zu retten. Maria glaubt zwar nicht an Elisabettas Milde, doch um zu verhindern, dass Leicester ihretwegen Dummheiten begeht und leiden müsste, erklärt sie sich widerstrebend dazu bereit.

Elisabetta erscheint, doch von vornherein schüren Leicesters Bitten für Maria ihren Hass und Widerwillen gegen ihre Rivalin. Beim Zusammentreffen der beiden Königinnen sind anfangs alle wie gelähmt (Sextett), doch dann kommt es zu einem fürchterlichen Eklat: Die stolze Engländerin hat für ihre Verwandte nur Verachtung, Hohn und Spott übrig. Sie wirft ihr ihre früheren Amouren und Schandtaten vor und erinnert sie an den „ungerächten Schatten ihres armen Mannes“. Das „Haupt der Stuart“ sei mit „ewiger Schande bedeckt“ („sul capo di Stuarda onta eterna ripombò“). Der geschockte Leicester und Talbot versuchen Maria zu beruhigen, doch diese hält die Schmähungen nicht lange aus und dreht den Spieß um, indem sie Elisabetta die Verachtung über ihre Herkunft ins Gesicht schleudert: Tief geschändet sei Englands Thron durch sie, die nur eine „unwürdige und obszöne Hure“ („meretrice indegna e oscena“) und ein „niederträchtiger Bastard“ („vil bastarda“) sei. Elisabetta tobt und lässt Maria abführen.

 

Dritter Akt

Dritter Teil: Galerie im Palast von Westminster

Cecil drängt Elisabetta, endlich Marias Todesurteil zu unterschreiben. Obwohl Elisabetta Marias Demütigungen noch nicht verkraftet hat, zögert sie mit ihrer Unterschrift – auch aus Angst, dass die Welt sie dafür verurteilen wird. Doch als Leicester eintritt, setzt sie (aus Rachsucht) schnell ihren Namen unter das Dokument. Er fleht sie ein letztes Mal um Gnade für „ihre Schwester“ an, doch sie bleibt hart und befiehlt, dass er bei der Hinrichtung zusehen muss.

Vierter Teil: Gemach im Gefängnis von Maria Stuarda

Maria sinnt über die fatalen Ereignisse nach und fürchtet um Leicesters Leben. Talbot und Cecil kommen und überbringen ihr das Todesurteil. Maria ist zwar empört, aber nicht überrascht. Bevor Cecil geht, bietet er ihr (groteskerweise) den Beistand eines protestantischen Geistlichen an, was sie (die ein lebendes Symbol für den katholischen Glauben ist) klar ablehnt.

Allein mit Talbot, der unter seinem Mantel das Gewand eines katholischen Priesters trägt, legt sie ihre letzte Beichte ab und lässt ihr Leben Revue passieren. Dabei denkt sie vor allem an ihren Ehemann Arrigo (= Henry, Lord Darnley), für dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Sie ist so mitgenommen, dass sie kurzfristig zu halluzinieren beginnt. Doch Talbot kann sie mithilfe des Kreuzes wieder in die Realität zurückführen. Schließlich bekennt sie auch, dass sie sich in die Verschwörung von Babington (gegen Elisabetta) hineinziehen ließ, und dass dies ein „fataler Fehler“ gewesen sei. Talbot beschwört die Vergebung Gottes über sie herab und sie bereitet sich beruhigt auf ihr Ende vor.

Saal neben der Hinrichtungsstätte

Die Vertrauten und Anhänger Marias bekunden Trauer und Entsetzen über die bevorstehende Hinrichtung. Maria erscheint in großer Robe, sehr würdig und innerlich gefasst. Sie schenkt ihrer Dienerin Anna zum Andenken ihr Taschentuch und stimmt mit allen Anwesenden ein Gebet um Vergebung an. Ein erster von drei Kanonenschüssen kündigt die Hinrichtung an und Cecil tritt ein: Elisabetta gewähre Maria einen letzten Wunsch. Maria bittet darum, dass Anna sie auf ihrem letzten Weg begleiten darf. Daraufhin verzeiht Maria offiziell Elisabetta und bittet um die Gnade des Himmels für Britannien. Da taucht der völlig aufgelöste Leicester auf und macht den Anwesenden Vorwürfe, doch er wird durch einen zweiten Kanonenschuss und die Ankunft des Scharfrichters unterbrochen. Maria verabschiedet sich mit tröstenden Worten von Leicester und nach dem dritten Kanonenschuss betritt sie gefasst die Hinrichtungsstätte.

 

Produktion

Zwei Königinnen, ein unversöhnlicher Konflikt: Elisabeth I., Königin von England, und Maria Stuart, Königin von Schottland. Elisabeth I., Namensgeberin einer ganzen Epoche, war die Tochter Heinrichs VIII. und seiner zweiten Ehefrau Anne Boleyn. Nach der Hinrichtung ihrer Mutter galt sie jedoch als „Bastard“ und somit als unrechtmäßige Thronfolgerin. Kein Wunder also, dass sie Maria Stuart, die Enkelin von Heinrichs VIII. Schwester, mit Misstrauen begegnete, als diese nach England kam, denn auch Maria Stuart konnte mit guten Gründen Anspruch auf den englischen Thron erheben. Nach 18 Jahren Gefangenschaft in England wurde Maria Stuart 1587 auf Befehl Elisabeths hingerichtet. So berichtet es die Geschichte.

Auf der Grundlage von Schillers berühmtem Drama schrieb der junge Librettist Giuseppe Bardari 1834 das Libretto für eine neue Oper des produktiven Komponisten Gaetano Donizetti. Donizettis Oper Maria Stuarda erzählt die königliche Geschichte von Macht, Misstrauen und Mut – bereichert durch unerfüllte Liebesgefühle und einen dramatischen Höhepunkt: das fiktive Zusammentreffen der beiden Königinnen im Finale des ersten Aktes, in dem Maria Stuart ihre Rivalin mit den verhängnisvollen Worten Vil bastarda! („Niederträchtige Bastardin!“) beleidigt. Diese Szene gilt als eine der originellsten, die Donizetti bis dahin komponiert hatte. Ihre Musik ist ebenso berauschend wie Marias Gebet am Ende der Oper, dessen Begleitung ihren Gesang zugleich engelsgleich und majestätisch erscheinen lässt. Vermutlich gerade wegen ihres tragischen Schlusses wurde das Werk jedoch von König Ferdinand II. verboten. Erst ein Jahr später, 1835, feierte Donizettis Oper ihre Uraufführung an der Mailänder Scala.

Premiere am 20. Dezember 2026

Komponist: Gaetano Donizetti. Libretto von Giuseppe Bardari.

Tragedia lirica in zwei Akten (1835).

Empfohlen ab 12 Jahren.

In italienischer Sprache. Mit Übertiteln in Deutsch und Englisch. Neuproduktion.

Einführungen (auf Deutsch) finden eine Stunde vor Beginn jeder Vorstellung (außer der Premiere) im Capriccio-Saal statt. Begrenzte Sitzplätze, Dauer ca. 20 Minuten.

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Antonino Fogliani

Regie: Francesco Micheli

Bühnenbild: Giulia Bruschi & Riccardo Mainetti

Kostüme: Alessio Rosati

Licht: Alessandro Verazzi

Video: Matteo Castiglioni

Chor: Christoph Heil

Dramaturgie: Alberto Mattioli, Ana Edroso Stroebe

Elisabetta: Anastasia Bartoli

Maria Stuarda: Nadine Sierra (2026: 20., 23., 27., 30. Dez.; 2027: 2. Jan.), Lisette Oropesa (2027: 7., 10. Juli)

Roberto, Graf Leicester: Iván Ayón Rivas

Giorgio Talbot: Riccardo Fassi

Lord Guglielmo Cecil: Vitor Bispo

Anna Kennedy: Emily Sierra (2026: 20., 23., 27., 30. Dez.; 2027: 2. Jan.), Martina Myskohlid (2027: 7., 10. Juli)

Bayerisches Staatsorchester

Chor der Bayerischen Staatsoper

Veranstaltungsort
Nationaltheater München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zunächst elitären, später aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.



Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anstöße kamen dabei etwa aus der revolutionären französischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.


Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-jährigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.

 

Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München ist der Spielort der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

 

Das Nationaltheater können Sie sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des MVV sehr gut erreichen. 

 

Mit dem MVV

S-Bahn: S 1 - 8 Marienplatz
U-Bahn: U 3, 6 Marienplatz, U 3 - 6 Odeonsplatz
Bus: 52, 131 Marienplatz, 100 Odeonsplatz
Straßenbahn: 19 Nationaltheater 


Mit dem Auto 

Anfahrt über den Altstadt-Ring in die Maximilianstraße. 

Parkgarage Max-Joseph-Platz: geöffnet Montag bis Sonntag 6.00 Uhr morgens - 2.00 Uhr nachts

Von 18 Uhr bis 8 Uhr können Sie die Nachtpauschale von € 10,- in Anspruch nehmen.

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