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Manon Lescaut

VenueNationaltheater München
CalendarDo. 03 Juni 2027 - Mi. 09 Juni 2027
Inhalt / Details

Puccini porträtiert Manon als eine scheinbar selbstbewusste Frau, die, getrieben vom Verlangen nach Luxus, Reichtum über wahre Gefühle stellt. Die schicksalhafte Odyssee von Manon wird skizzenhaft erzählt, da sie in einer Welt lebt, die mehr durch Risse als durch Küsse definiert ist. Am Ende gelangen Manon und ihr Geliebter Des Grieux in die Wüste von New Orleans, „allein, verloren, verlassen“ auf dem Weg zu ihrem sicheren Tod, getrieben von Durst und geschwächt durch schreckliches Fieber. Hier, und nur hier, können sie endlich einander lieben. Bevor Manons Leben jedoch erlischt, bekennt sie ihre ewige Liebe: „Meine Sünden... werden vergessen, aber meine Liebe wird nicht sterben...“

 

Handlung

Erster Akt

Der Student Edmondo versucht sich beim Dichten eines Madrigals – das Thema: die Liebe und Galanterie. Einzig Des Grieux steigt nicht darauf ein, die Liebe sei ihm fremd. Auch wenn er stets die Augen offen halte, sei noch nicht die Richtige für ihn dabei gewesen. Bis dahin meinen Edmondo und Des Grieux lohne es mehr, das Leben mit Freunden zu genießen und zu feiern. Zwei Herren steigen in Begleitung einer jungen Dame aus der Postkutsche, um die Unterkunft für die Nacht zu klären. Des Grieux ist angetan vom Aussehen der jungen Dame, spricht sie an, um zu erfahren, wer sie sei. Ihr Name ist Manon Lescaut. Nach dem Willen ihres Vaters sei sie auf dem Weg ins Kloster, ihr Bruder Lescaut bringe sie dort hin. Als ihr Bruder sie auffordert, in die Nachtunterkunft zu kommen, willigt sie auf Drängen Des Grieux‘ ein, ihn wieder zu sehen. Edmondo, der die beiden beobachtet hat, freut sich, Des Grieux endlich verliebt zu sehen. Der ältere Herr aus der Postkutsche erkundigt sich bei Manons Bruder, was er davon halte, seine Schwester ins Kloster zubringen, zudem wolle er die beiden gleich zum Abendessen einladen. Lescaut, der selbst nicht begeistert ist, den Willen seines Vaters zu vollziehen, nimmt die Einladung gerne an, will aber zuvor noch beim Kartenspiel sein Glück versuchen. Der ältere Herr, Geronte, verfolgt jedoch einen ganz anderen Plan: Er bittet den Wirt, ihm – koste es, was es wolle – eine Kutsche zu besorgen, mit der er ungesehen mit einer Dame nach Paris entkommen könne: natürlich ist diese Dame Manon. Edmondo, der Gerontes Gespräch mit dem Wirt belauscht hat, wittert die Chance für Des Grieux. Dieser solle einfach mit der angeheuerten Kutsche samt Manon entfliehen. Des Grieux warnt daher Manon bei ihrem erneuten Zusammentreffen eindringlich: Der alte Lüstling aus der Postkutsche plane, sie zu entführen. Er jedoch könne sie retten, indem sie sofort gemeinsam fliehen. Zögerlich willigt Manon ein. Geronte muss zugeben, dass er gehörnt wurde. Doch Lescaut – berauscht vom Spiel und Wein – verspricht Geronte, ihm seine Schwester bald zuzuführen. Ein Student könne seine luxusliebende Schwester auf Dauer nicht glücklich machen.

 

Zweiter Akt

Lescaut hat Recht behalten. Manon und Lescaut genießen den Luxus, der ihnen von Geronte geboten wird, seit sie – von Lescaut eingefädelt – bei ihm in Paris leben. Dennoch sehnt sich Manon nach Nachrichten von Des Grieux, da ihr Liebe und Leidenschaft des Geliebten fehlt. Lescaut sieht das pragmatischer: Er habe Des Grieux, mit dem er noch immer in Kontakt steht, empfohlen im Spiel schnell zu Geld zu gelangen, um seiner Schwester schnell selbst ein luxuriöses Leben finanzieren zu können. Bis dahin ist er mit der Situation zufrieden. Doch weder Musik noch Tanz können Manon zufriedenstellen: Sie langweilt sich. Auch Gerontes Aufforderung zum Tanz entzieht sich Manon unter Beobachtung einer gaffenden Horde an Honoratioren. Wieder allein überrascht sie Des Grieux, der ihr vorhält, sie hätte ihre Liebe verraten. Manon jedoch leugnet nicht, doch bittet sie ihn um Verzeihung: Nur ihm gelten ihre Gefühle. Er kann ihr nicht widerstehen, doch Geronte beendet jäh die Zweisamkeit. Zynisch lässt er die beiden erneut allein, da er noch wichtige Dinge erledigen müsse. Des Grieux will die Chance zur Flucht nutzen, doch Manon zögert, den Reichtum aufzugeben. Inzwischen hat Manons Bruder Lescaut hat erfahren, dass Geronte gerade bei der Polizei Anzeige gegen Manon erlassen habe, die nun schon auf dem Weg sei. Manon, der bei einer Verurteilung die Verbannung droht, kann noch immer nicht von den Reichtümern lassen und will nicht fliehen, ohne noch Juwelen an sich zu nehmen. Die Wachen stürmen das Zimmer: Die Juwelen sind Manons Verhängnis, sie wird verhaftet. Lescaut kann Des Grieux gerade noch zurückhalten und weitere Gewalt verhindern.

 

Dritter Akt

Lescaut hat die Wachen bestochen, um Des Grieux ein Treffen mit der inhaftierten Manon zu ermöglichen. Sie soll per Schiff nach Amerika deportiert werden. Zudem hat er für den kommenden Morgen einen Plan geschmiedet, wie er seine Schwester aus dem Gefängnis befreien werde. Dazu will er mit Freunden in der Nacht die Wachen überwältigen. Des Grieux bespricht mit Manon den Fluchtplan und verspricht, sie nicht im Stich zu lassen. Doch Lescauts Plan fliegt auf und löst Alarm aus. Des Grieux und Lescaut können aber noch entkommen. Die zur Deportation verurteilten Frauen müssen vor den Augen von Schaulustigen zum Apell antreten und werden auf das Schiff geführt. Um Mitleid zu erheischen und die Menge aufzuwiegeln, erzählt Lescaut den Schaulustigen die traurige Geschichte seiner Schwester. Des Grieux kann nicht von Manon lassen und bedroht den Sergeanten. Doch die Wachen haben die Szene im Griff, Manon muss auf das Schiff. Aus Mitleid nimmt der Kapitän Des Grieux mit an Bord nach Amerika.

 

Vierter Akt

Manon und Des Grieux sind in Amerika in eine dürre Ebene geflohen. Sie ist körperlich völlig erschöpft und bricht zusammen. Des Grieux weiß nicht, wohin er sich wenden soll, doch Manon bittet ihn, für die Nacht zumindest eine Notunterkunft ausfindig zu machen. In einsamer Verzweiflung klagt Manon, dass auch in Amerika ihre Schönheit und Des Grieux' Impulsivität zu unglücklichen Verwicklungen geführt habe. Manon will nicht sterben. Sie gesteht Des Grieux ein letztes Mal ihre aufrichtige Liebe. Verzweifelt will er mit ihr sterben. Im Sterben hofft sie, dass ihre Sünden vergessen würden und von ihr nur die Erinnerung der Liebe zurückbleibe.

Komponist: Giacomo Puccini. Libretto nach dem Roman Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut von Abbé Prévost, verfasst von Ruggiero Leoncavallo, Marco Praga, Domenico Oliva, Luigi Illica, Giuseppe Giacosa, Giulio Ricordi und Giuseppe Adami.

Oper in vier Akten – 1893

Empfohlen ab 15 Jahren

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

Dauer: ca. 2 Stunden 53 Minuten

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Andrea Battistoni

Regie: Hans Neuenfels

Bühnenbild: Stefan Mayer

Kostümbild: Andrea Schmidt-Futterer

Licht: Stefan Bolliger

Regieassistenz: Yvonne Gebauer

Dramaturgie: Rainer Karlitschek, Benedikt Stampfli

Chor: Christoph Heil

Manon Lescaut: Sonya Yoncheva

Lescaut: Ariunbaatar Ganbaatar

Chevalier Renato Des Grieux: Vittorio Grigolo

Geronte di Ravoir: Martin Snell

Edmondo: Granit Musliu

Der Wirt: Christian Rieger

Der Tanzmeister: Kevin Conners

Ein Musiker: Martina Myskohlid

Ein Sergeant: Paweł Horodyski

Ein Laternenanzünder: Michael Butler

Ein Kapitän: Armand Rabot

Bayerisches Staatsorchester

Chor der Bayerischen Staatsoper

Veranstaltungsort
Nationaltheater München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zunächst elitären, später aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.



Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anstöße kamen dabei etwa aus der revolutionären französischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.


Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-jährigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.

 

Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München ist der Spielort der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

 

Das Nationaltheater können Sie sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des MVV sehr gut erreichen. 

 

Mit dem MVV

S-Bahn: S 1 - 8 Marienplatz
U-Bahn: U 3, 6 Marienplatz, U 3 - 6 Odeonsplatz
Bus: 52, 131 Marienplatz, 100 Odeonsplatz
Straßenbahn: 19 Nationaltheater 


Mit dem Auto 

Anfahrt über den Altstadt-Ring in die Maximilianstraße. 

Parkgarage Max-Joseph-Platz: geöffnet Montag bis Sonntag 6.00 Uhr morgens - 2.00 Uhr nachts

Von 18 Uhr bis 8 Uhr können Sie die Nachtpauschale von € 10,- in Anspruch nehmen.

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