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Liberty

VenueCuvilliés-Theater
CalendarFr. 30 Apr. 2027 - Sa. 08 Mai 2027
Inhalt / Details

Produktion

Im Rahmen des Festivals Ja, Mai für frühes und zeitgenössisches Musiktheater unter dem Motto Widerstand gab die Bayerische Staatsoper zwei Künstlerinnen ein Auftragswerk zur Uraufführung. Die mexikanische Theaterexpertin und Komponistin Diana Syrse verbindet in ihrer Klangsprache häufig Gesang mit elektronischer Musik. Syrse wurde bereits mit dem Musikpreis der Landeshauptstadt München sowie dem Counterpoint of Tolerance Project in Los Angeles ausgezeichnet. Das Libretto stammt von der finnischen Schriftstellerin Sofi Oksanen, bekannt durch ihren Roman Fegefeuer sowie das Libretto zu Kaija Saariahos Oper Innocence. Nun arbeiten beide erstmals zusammen.

Ihre Oper Liberty beschäftigt sich mit häuslicher Gewalt, ihrer Verdrängung und ihrer Aufarbeitung. Die Handlung erstreckt sich über vier Jahrzehnte, in denen die belastenden familiären Verhältnisse zunächst aus der Perspektive eines Kindes erlebt und später von der erwachsenen Hauptfigur rückblickend verarbeitet werden. Während Mutter, Tochter, Bruder und Onkel von Solistinnen und Solisten verkörpert werden, übernimmt der Chor die Stimmen des Vaters und der Gesellschaft. Fragen nach Selbstermächtigung als möglicher Form des Widerstands, danach, welche Mittel in einer solchen Familiensituation legitim sind, und ob das im Titel angesprochene Gefühl von Freiheit überhaupt erreicht werden kann, bleiben bis zum Schluss bewusst offen. Dennoch zeichnet sich ein utopisch-hoffnungsvoller Ausblick ab.

Premiere am 30. April 2027

Komponistin: Diana Syrse. Libretto von Sofi Oksanen. Aus dem Finnischen ins Englische übersetzt von Owen F. Witesman.

Oper in zwei Akten (2027)

Empfohlen ab 16 Jahren

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Neuproduktion.

Premiere des Opernstudios.

Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper.

Besetzung

Besetzung

Musik: Diana Syrse

Libretto: Sofi Oksanen

Dirigent: Alexandre Bloch

Regie: Elsa-Sophie Jach

Bühnenbild: Aleksandra Pavlović

Kostümbild: Belle Santos

Licht: Lukas Kaschube

Chor: Franz Obermair

Dramaturgie: Lukas Leipfinger

Anne, die Mutter: Meg Brilleslyper

Matilda, die Tochter: Antonia Cáceres

Max, Matildas jüngerer Bruder: Michael Butler

Pauli, Annes Bruder, Matildas Patenonkel: Armand Rabot

Die Katze: Nontobeko Bhengu

Bayerisches Staatsorchester

Veranstaltungsort
Cuvilliés-Theater

​In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Bühne als "Juwel des Rokoko" von ihren Zeitgenossen gefeiert, doch knapp 50 Jahre später galt die goldverzierte Spielstätte als "unmodern". Als Konsequenz wurde das Cuvilliés-Theater den Münchner Bürgern zugänglich gemacht, weshalb wir uns heute am wechselnden Spielplan in dem Prachtbau erfreuen können. n der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Bühne als "Juwel des Rokoko" von ihren Zeitgenossen gefeiert, doch knapp 50 Jahre später galt die goldverzierte Spielstätte als "unmodern". Als Konsequenz wurde das Cuvilliés-Theater den Münchner Bürgern zugänglich gemacht, weshalb wir uns heute am wechselnden Spielplan in dem Prachtbau erfreuen können.

Das ehemalige Residenztheater trägt heute den Namen Cuvilliés-Theater und gilt als bedeutendstes Rokokotheater Deutschlands. Teile der kunstvoll geschnitzten Logenverkleidung des Zuschauerraums konnten vor der vollständigen Zerstörung des Theaters im Zweiten Weltkrieg gerettet werden und halfen beim detailgetreuen Wiederaufbau. So konnte das Rokoko-Theater Ende der 50er Jahre im so genannten "Apothekenstock" der Residenz, unweit von seiner alten Stätte, wieder aufgebaut werden. Seinem Architekten zu Ehren hieß es fortan Cuvilliés-Theater.

Mit dem ursprünglich als "Residenztheater" bezeichneten Gebäude erhielt München im 18. Jahrhundert sein zweites Opernhaus. Kurfürst Max III. Joseph beauftragte 1750 seinen Hofbaumeister Francois Cuvilliés den Älteren mit dem Neubau und bereits drei Jahre später, am 12. Oktober 1753, wurde das prachtvollste deutsche Rokokotheater mit Ferrandinis Opera seria Catone in Utica seiner Bestimmung übergeben. Mit seiner Drehbühne und dem bei festlichen Anlässen horizontal verstellbaren Parkett war das "Neue Opera Gebäu" auch in technischer Hinsicht maßgeblich.

 

Ursprünglich war das "Neue Opernhaus an der Kurfürstlichen Residenz" nur für den Hof bestimmt, als jedoch das alte Opernhaus am Salvatorplatz geschlossen werden mußte, widmete der Kurfürst das Cuvilliés-Theater 1797 zum Hof- und Nationaltheater um und machte es dem Volk für deutsche Opern und Schauspiele zugänglich.

 

Beim Brand des Nationaltheaters 1817 nahm dann auch das Cuvilliés-Theater Schaden, so daß 1823 eine Renovierung nötig wurde. König Ludwig I. entschied sich 1831 für eine endgültige Schließung des Theaters, ab 1834 wurde es als Kulissendepot für das Nationaltheater verwendet. Auf Drängen des Intendanten Franz von Dingelstedt wurde das Theater schließlich 1857 wieder eröffnet.

 

Erst zu Beginn des Jahres 1944 kam es zu einer neuerlichen Schließung: die Gesamtausstattung wurde abgenommen und an zwei verschiedenen Orten außerhalb der Stadt vor den Fliegerangriffen während des Zweiten Weltkriegs in Sicherheit gebracht. Am 18. März zerstörten Bomben das äußerlich annähernd schmucklose Haus. Nach dem Krieg entstand auf seinen Grundmauern das neue Residenztheater. Das alte Theater Cuvilliés', das nie eine Fassade besessen hatte, wurde 1957/58 im Apothekenstock der Residenz im ursprünglichen Stil des Rokoko nach den Grundrissen aus der Materialsammlung Ecole Bavaroise de l´Architecture des jüngeren Cuvilliés rekonstruiert.

 

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