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Der Rosenkavalier

VenueNationaltheater München
CalendarSo. 07 März 2027 - Sa. 13 März 2027
Inhalt / Details

Ein eigenartiges Werk, dieser Rosenkavalier. Mit Salome und Elektra hatte sich Richard Strauss gerade als Enfant terrible des Bürgertums auf der Opernbühne einen Namen gemacht und ging, wie er selbst schrieb, „an die Grenzen dessen, was die Ohren jener Zeit ertragen konnten“, um dann zusammen mit dem Librettisten Hugo von Hofmannsthal ausgerechnet das Publikum mit den anachronistisch schwingenden Walzern einer Hochadelskomödie eines fantasievollen Wiens des 18. Jahrhunderts zu erobern. Das Wunderbare an dieser besonderen Qualität: Strauss und Hofmannsthal treiben die Künstlichkeit dieser Welt in Text und Musik auf die Spitze und lassen sie zu einem traumartigen und albtraumhaften Szenario heranwachsen. Hier ist Raum für all die Themen, die den Rosenkavalier so faszinierend machen – die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Liebe, die Dringlichkeit und Unerbittlichkeit des Vergehens der Zeit, die Unverzichtbarkeit und zugleich die erbarmungslose Bedingtheit von Autonomie und Entscheidungsfreiheit. Barrie Koskys Rosenkavalier zollt auch meist weniger bekannten Quellen des Werkes Tribut, wie der französischen Operette L’ingenu libertin von Claude Terrasse und Louis Artus, und fügt den liebgewonnenen Figuren von Sophie und Octavian, Ochs und Marschallin überraschende Facetten hinzu, um in opulenten Bildern ein spannendes Kapitel zur Münchener Inszenierungsgeschichte des Stückes hinzuzufügen.

 

Handlung

Erster Akt

m Schlafgemach

Maria Theresa Fürstin Werdenberg, Frau eines Feldmarschalls, vergnügt sich in Abwesenheit ihres Gatten mit ihrem siebzehnjährigen Geliebten, Octavian Graf Rofrano. Die Szene wird durch Klopfen an der Tür gestört, doch ist es nicht etwa ihr Ehemann, sondern ihr Vetter, Baron Ochs auf Lerchenau. Octavian verkleidet sich in der Eile als Kammerzofe und kann sich in dieser Maskerade der Zudringlichkeiten des mit seiner unersättlichen Begierde prahlenden Barons kaum erwehren. Der Baron ist in Geldnöten und beabsichtigt, die junge Sophie zu heiraten, die Tochter des kürzlich geadelten, neureichen Herrn von Faninal. Die Feldmarschallin bietet ihm Octavian – von dessen Gegenwart der Baron nichts ahnt – als Bräutigamsführer („Rosenkavalier“) an. In diesen Handlungsablauf eingeflochten ist das Lever, der morgendliche Empfang im Schlafgemach der Fürstin mit einem großen Durcheinander von Bittstellern, Intriganten, Personal und anderen, was durch ein Quodlibet gestaltet ist.

 

Zweiter Akt

Im Hause des Herrn von Faninal

Sophie, Tochter des Herrn von Faninal, bereitet sich auf die Ankunft des Rosenkavaliers vor, der ihr zeremoniell eine silberne Rose überbringen soll und damit die Ankunft des Bräutigams ankündigt. Der Rosenkavalier ist Octavian; als er Sophie gegenübersteht, verliebt er sich in sie. Der anschließend auftretende Baron zeichnet sich durch ein rüpelhaftes Benehmen aus, was seine zukünftige Braut abstößt. Als sich Octavian und Sophie heimlich küssen, werden sie von Valzacchi und Annina, einem italienischen Intrigantenpärchen, verraten. Der Baron ist darüber nicht bekümmert, doch Octavian fordert ihn auf, von Sophie abzulassen. Schließlich verwundet er den Baron mit dem Degen. Sophies Vater greift ein und droht, sie bei weiterer Verweigerung der Heirat lebenslang ins Kloster zu schicken. Der verletzte Baron erhält schließlich durch Annina einen Brief, in dem ihn die Kammerzofe der Fürstin zum Stelldichein lädt.

 

Dritter Akt

In einem Wirtshaus

Der Baron trifft sich mit der vermeintlichen Kammerzofe in einem Wirtshaus. Allerdings haben Octavian, Valzacchi und Annina dem Baron eine Falle gestellt. Während der Baron zudringlich wird, tritt die verschleierte Annina mit vier Kindern auf, die angeblich von ihm sein sollen. Ein Polizeibeamter greift ein, woraufhin der Baron völlig die Fassung verliert. Schließlich kommen Sophie und ihr Vater hinzu, der sich nun gegen das geplante Ehebündnis stellt. Auch die Feldmarschallin tritt auf, beschwichtigt den Polizisten und jagt den Baron davon. Ihr bleibt aber nichts anderes übrig, als Octavian für die Verbindung mit Sophie freizugeben.

Komponist Richard Strauss. Libretto von Hugo von Hofmannsthal.

Empfohlen ab 16 Jahren.

Komische Oper in drei Akten (1911)

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln. Neuproduktion.

Dauer ca. 4 Stunden 50 Minuten

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Vladimir Jurowski

Regie: Barrie Kosky

Bühnenbild: Rufus Didwiszus

Kostümbild: Victoria Behr

Licht: Alessandro Carletti

Chor: Christoph Heil

Dramaturgie: Nikolaus Stenitzer

Die Feldmarschallin: Nicole Car

Der Baron Ochs auf Lerchenau: Matthew Rose

Octavian: Christina Bock

Herr von Faninal: Jochen Schmeckenbecher

Sophie: Katharina Konradi

Jungfer Marianne Leitmetzerin: Laura Aikin

Valzacchi: Tansel Akzeybek

Annina: Ursula Hesse von den Steinen

Ein Polizeikommissar: Martin Snell

Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin: Kevin Conners

Der Haushofmeister bei Faninal: Michael Butler

Ein Notar: Christian Rieger

Ein Wirt: Kevin Conners

Ein Sänger: Granit Musliu

Drei adelige Waisen: Antonia Cáceres, Nontobeko Bhengu, Lucy Altus

Eine Modistin: Tata Razmadze

Ein Tierhändler: Zipei Zheng

Kinder: Zipei Zheng, Lucy Altus, Nontobeko Bhengu, Tata Razmadze, Antonia Cáceres

Bayerisches Staatsorchester

Chor der Bayerischen Staatsoper

Veranstaltungsort
Nationaltheater München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zunächst elitären, später aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.



Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anstöße kamen dabei etwa aus der revolutionären französischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.


Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-jährigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.

 

Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München ist der Spielort der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

 

Das Nationaltheater können Sie sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des MVV sehr gut erreichen. 

 

Mit dem MVV

S-Bahn: S 1 - 8 Marienplatz
U-Bahn: U 3, 6 Marienplatz, U 3 - 6 Odeonsplatz
Bus: 52, 131 Marienplatz, 100 Odeonsplatz
Straßenbahn: 19 Nationaltheater 


Mit dem Auto 

Anfahrt über den Altstadt-Ring in die Maximilianstraße. 

Parkgarage Max-Joseph-Platz: geöffnet Montag bis Sonntag 6.00 Uhr morgens - 2.00 Uhr nachts

Von 18 Uhr bis 8 Uhr können Sie die Nachtpauschale von € 10,- in Anspruch nehmen.

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