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Carpathia, Der Mythos der Untoten

VenueNationaltheater München
CalendarMi. 25 Nov. 2026 - Fr. 16 Juli 2027
Inhalt / Details

Über die Produktion

Bereits auf der ersten Seite von Bram Stokers Roman Dracula (1897) beginnt eine detailliert geschilderte Reise in München. Mehr als ein Jahrhundert später spielt auch C A R P A T H I A in München – jedoch nicht als einfache Neuerzählung, sondern als Neuinterpretation im Zeichen der Rückkehr. Edward Clug verwebt die Handlung mit seinem eigenen biografischen Hintergrund. Der aus Transsilvanien stammende Choreograf wendet sich bewusst von den kommerzialisierten Bildern ab, die sich in der modernen Popkultur um den Mythos der Untoten gebildet haben. Stattdessen führt er das einst seiner Heimat Entlehnte an seinen Ursprung zurück: in die Karpatenlandschaft mit ihren archaischen Ritualen, ihrem zyklischen Zeitverständnis und ihrer vormodernen Auffassung des Heiligen.

C A R P A T H I A – Der Mythos der Untoten entfaltet sich als Abfolge ritueller Zustände, in denen Bedeutung durch Verwandlung entsteht – als Akt der Rückkehr und stillen Reinigung. Im Mittelpunkt steht ein Bruch: der Verlust des Gleichgewichts zwischen dem Menschen und der heiligen Ordnung, in der er lebt. Unsterblichkeit erscheint nicht als Macht oder Verführung, sondern als Last; das Böse wird nicht personifiziert, sondern als Folge dieses Verlustes verstanden. Der Körper wird zum zentralen Ort, an dem sich dieser Bruch offenbart und erfahren wird.

Inspiriert von Stokers Roman und dessen prägenden Verfilmungen, insbesondere von Friedrich Wilhelm Murnau (1922) und Werner Herzog (1979), eröffnet Clug einen Dialog zwischen übernommenen Mythen und wiederentdeckten Ritualen, zwischen offenbartem und verwandeltem Dunkel. Die eigens für diese Produktion komponierte Musik von Milko Lazar gestaltet die Zeit als Puls und Atem und verstärkt so den Weg des Werkes vom Bruch zur Verwandlung.

Premiere am 25. November 2026

Choreografie: Edward Clug. Musik: Milko Lazar.

Besetzung

Besetzung

Dirigent: Simon Krečič

Choreografie: Edward Clug

Musik: Milko Lazar

Bühnenbild: Marko Japelj

Kostümbild: Leo Kulaš

Lichtdesign: Tomaž Premzl

Projektionen: Rok Predin

Veranstaltungsort
Nationaltheater München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der höfische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zunächst elitären, später aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die höfische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.



Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph ließ dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allmählich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensnäheren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anstöße kamen dabei etwa aus der revolutionären französischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.


Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre später schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-jährigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.

 

Das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München ist der Spielort der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

 

Das Nationaltheater können Sie sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des MVV sehr gut erreichen. 

 

Mit dem MVV

S-Bahn: S 1 - 8 Marienplatz
U-Bahn: U 3, 6 Marienplatz, U 3 - 6 Odeonsplatz
Bus: 52, 131 Marienplatz, 100 Odeonsplatz
Straßenbahn: 19 Nationaltheater 


Mit dem Auto 

Anfahrt über den Altstadt-Ring in die Maximilianstraße. 

Parkgarage Max-Joseph-Platz: geöffnet Montag bis Sonntag 6.00 Uhr morgens - 2.00 Uhr nachts

Von 18 Uhr bis 8 Uhr können Sie die Nachtpauschale von € 10,- in Anspruch nehmen.

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