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Elektra

VenueTeatro del Maggio - Staatsoper Florenz Italien
CalendarSo. 20 Juni 2027 - Mo. 28 Juni 2027
Inhalt / Details

Die dritte Oper des Festivals und die zweite unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti ist ein weiteres Meisterwerk des 20. Jahrhunderts: eine neue Inszenierung von Richard Strauss’ Elektra. Regie und Bühnenbild stammen von Stéphane Braunschweig. Erneut vereint die Besetzung eine herausragende Riege führender Strauss-Interpretinnen und -Interpreten, darunter Violeta Urmana, Ricarda Merbeth, Vida Miknevičiūtė – Gewinnerin des Abbiati-Preises 2025 –, Christoph Fischesser und Nikolai Schukoff, der nach seinem gefeierten Erfolg in Salome in der vergangenen Saison an das Maggio zurückkehrt. Die Premiere ist für den 20. Juni um 17:00 Uhr angesetzt, weitere Vorstellungen finden am 23. Juni um 20:00 Uhr, am 26. Juni um 15:30 Uhr und am 28. Juni um 20:00 Uhr statt.

Neue Inszenierung

 

Handlung

Vorgeschichte

Nach der Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg wurde Agamemnon von seiner Frau Klytämnestra und ihrem Geliebten Aegisth ermordet. Elektra, die Tochter von Agamemnon und Klytämnestra, brachte daraufhin ihren kleinen Bruder Orest außer Landes in Sicherheit. Dort wird er zum Rächer seines Vaters erzogen. Am Hof von Mykene hält Elektra als Einzige die Erinnerung an den Mord an ihrem Vater aufrecht und wartet auf den Tag der Vergeltung.

 

Inhalt der Oper

Schauplatz ist ein Innenhof gegenüber der Rückseite des Palastes von Mykene.

Vier Mägde ereifern sich über Elektra, die trotz ihres offen gezeigten Hasses weiter am Hofe geduldet wird. Nur eine junge Magd ergreift Partei für Elektra. Sie wird von der Aufseherin ins Haus gestoßen und geschlagen.

Elektra tritt auf. In dieser Stunde, in der Agamemnon im Bad ermordet wurde, gedenkt sie täglich ihres Vaters. Sie malt sich eine blutige Rache an den Mördern und den Mitverschwörern aus. An diesem Tag will sie ein blutiges Fest mit Siegestänzen feiern. Ihre Schwester Chrysothemis reißt sie aus ihren Träumen. Sie warnt Elektra vor ihrer Mutter und deren Gemahl, die sie einsperren und in einen Turm werfen wollen. Chrysothemis will nicht länger auf die Rückkehr ihres Bruders warten und sehnt sich nach Eheglück.

Beide hören, dass die Königin naht. Sie hat wieder einmal schlecht geträumt und will ein Opfer bringen, um die Götter zu versöhnen. Chrysothemis entfernt sich, Elektra jedoch stellt sich der Mutter entgegen. Klytämnestra, die mit Amuletten und Talismanen behängt ist, kommt mit ihrem Gefolge aus dem Palast. Ihre Vertrauten warnen sie vor den heuchlerischen Äußerungen Elektras. Die Königin jedoch schickt die Dienerinnen weg, um allein mit Elektra zu sprechen. Sie hofft von ihrer Tochter zu erfahren, wie sie sich von den Albträumen befreien kann.

Allein mit Elektra, beschreibt die Königin ihre unerklärliche „Krankheit“, gegen die sich alle Bräuche und Opfer bisher als wirkungslos erwiesen haben. Elektra behauptet, ein geeignetes Opfertier zu kennen: eine Frau, deren Namen sie zunächst nicht nennen will. Erst ein Drohen der Königin löst Elektras Zunge. Klytämnestra selbst muss sterben, dann erst hören ihre Träume auf. Mit grausiger Lust beschreibt sie in allen Einzelheiten die Jagd und Tötung der Mutter durch den Rächer Orest. Die Königin ist zunächst entsetzt. Dann kommt ihre Vertraute aus dem Palast und flüstert ihr etwas zu. Mit höhnischem Gelächter verschwindet die Königin im Palast und lässt Elektra alleine zurück.

Chrysothemis kommt jammernd herbei und nennt Elektra den Grund für Klytämnestras plötzliche Freude: Zwei Fremde haben soeben die Nachricht überbracht, dass Orest tot sei. Ein Diener lässt sich ein Pferd satteln und eilt Aegisth entgegen, um ihm diese „freudige Nachricht“ zu überbringen. Elektra versucht nun, Chrysothemis zur Mithilfe bei ihrer Rache zu gewinnen. Sie teilt ihr mit, dass sie das Beil, mit dem Agamemnon getötet wurde, im Hof vergraben hat. Sie verspricht Chrysothemis sogar, nach dieser Tat selbst für ihre Schwester das Hochzeitsbett zu bereiten. Chrysothemis will davon nichts wissen und eilt davon.

Elektra will die Tat selbst vollbringen. Sie sucht nach dem Beil und gräbt es aus. Ein junger Fremder wiederholt ihr gegenüber die Nachricht von Orests Tod. Als sie ihm ihren Namen nennt, ist der Fremde bestürzt über den Anblick Elektras, die so mager und abgezehrt aussieht. Dann gibt er sich als Orest zu erkennen. Mit der Fehlinformation erhoffte er sich leichteren Zugang zum Palast, um den Vater zu rächen. Elektra, die zunächst überglücklich ist, ihren Bruder wiederzusehen, schämt sich zugleich vor Orest. Sie beschreibt ihre Rachegedanken der letzten Jahre, und wie sie hierfür alles geopfert hat, ihre Jugend, ihre Schönheit und ihre Selbstachtung. Als Orests alter Pfleger auftaucht, eilt er mit ihm in den Palast, um den Racheakt auszuführen. Erst als beide fort sind, merkt Elektra, dass sie ihnen das Beil nicht gegeben hat.

Aus dem Palast dringen die Todesschreie der Königin. Als Chrysothemis und die Mägde die Schreie hören, kommen sie herbeigeeilt, werden aber von Elektra am Betreten des Palastes gehindert. Als sich Aegisth nähert, entfernen sich die Frauen. Nur Elektra bleibt, begrüßt ihn mit heuchlerischer Freundlichkeit und leuchtet ihm den Weg in den Palast, wo er von Orest erschlagen wird. Die Anhänger des ermordeten Agamemnon, die Orest zujubeln, metzeln die Parteigänger Klytämnestras und Aegisths nieder. Chrysothemis eilt zu Elektra und beschreibt den blutigen Sieg ihres Bruders. Elektra steigert sich in ekstatische Entrückung, beginnt einen Triumphtanz und bricht danach zusammen. Chrysothemis ruft nach ihrem Bruder: „Orest! Orest!“.

Werkgeschichte

Nachdem sie sich 1899 in Berlin-Pankow im Hause des Dichters Richard Dehmel kennengelernt hatten, begegneten sich Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal zu Beginn des neuen Jahrhunderts in Paris: eine einschneidende Begegnung für beide Seiten, welche bis zum Tode Hofmannsthals zu einer der erfolgreichsten Arbeitsgemeinschaften der Operngeschichte werden sollte. Noch im selben Jahr bot Hofmannsthal Richard Strauss, wie wohl in Paris abgemacht, ein fertiggestelltes Ballett zur Komposition an, Der Triumph der Zeit. Strauss konnte sich für diesen Ballettentwurf nicht erwärmen, und es kam noch nicht zu einer Zusammenarbeit.

Im Jahre 1903 besuchte Richard Strauss die Uraufführung von Hofmannsthals Tragödie Elektra in Berlin. In seinen Betrachtungen und Erinnerungen schreibt Strauss später:

„Als ich zuerst Hofmannsthals geniale Dichtung im „Kleinen Theater“ in Berlin mit Gertrud Eysoldt sah, erkannte ich wohl den glänzenden Operntext (der es nach meiner Umarbeitung der Orestszene tatsächlich geworden ist) und, wie seinerzeit in Salome, die gewaltige musikalische Steigerung bis zum Schluß: in Elektra nach der nur mit Musik ganz zu erschöpfenden Erkennungsszene der erlösende Tanz, – in Salome nach dem Tanz (als Kernpunkt der Handlung) die grausige Schlußapotheose. [...] Anfangs schreckte mich aber der Gedanke, daß beide Stoffe in ihrem psychischen Inhalt viel Ähnlichkeiten hatten, so daß ich zweifelte, ob ich ein zweites Mal die Steigerungskraft hätte, auch diesen Stoff erschöpfend darzustellen. Jedoch der Wunsch, dieses dämonische, ekstatische Griechentum des 6. Jahrhunderts Winckelmannschen Römerkopien und Goethescher Humanität entgegenzustellen, gewann das Übergewicht über die Bedenken, und so ist Elektra sogar noch eine Steigerung geworden in der Geschlossenheit des Aufbaus, in der Gewalt der Steigerungen, – und ich möchte fast sagen: sie verhält sich zu Salome, wie der vollendetere, stileinheitlichere Lohengrin zum genialen Erstlingswurf des Tannhäuser. Beide Opern stehen in meinem Lebenswerk vereinzelt da: ich bin in ihnen bis an die äußersten Grenzen der Harmonik, psychischer Polyphonie (Klytämnestras Traum) und Aufnahmefähigkeit heutiger Ohren gegangen. [...] Zwei wichtige Forderungen an die Darsteller: ebenso wie Klytämnestra keine alte verwitterte Hexe, sondern eine schöne, stolze Frau von 50 Jahren sein soll, deren Zerrüttung eine geistige, keineswegs ein körperlicher Verfall sein soll, so muß die Marschallin eine junge schöne Frau von höchstens 32 Jahren sein [...].“

– Richard Strauss: Erinnerungen an die ersten Aufführungen meiner Opern[1]

Die anfänglichen Bedenken von Strauss konnte Hofmannsthal zerstreuen. Die einzigen Ähnlichkeiten der Stücke bestünden darin, so Hofmannsthal, dass sie Einakter seien, einen Frauennamen trügen, im Altertum spielten und beide in Berlin von der Eysoldt kreiert wurden.[2] Wünsche von Strauss, einen Stoff aus der Renaissance oder der Französischen Revolution zu verfassen, stießen bei Hofmannsthal auf taube Ohren. Er meinte, dass er in absehbarer Zeit keinen anderen Stoff als den der Elektra hervorbringen könne. Schließlich schrieb Strauss am 16. Juni 1906 aus Marquartstein an Hofmannsthal: „Ich beschäftige mich bereits mit der ersten Szene der „Elektra“, es geht aber noch etwas schwer von der Hand.“[3]

Von Beginn an herrscht eine düstere Atmosphäre, der permanente Rachegedanke Elektras zieht sich wie ein Leitfaden durch die ganze Oper. („Vater! Agamemnon, dein Tag wird kommen. Von den Sternen stürzt alle Zeit herab, so wird das Blut aus hundert Kehlen stürzen in dein Grab!“) Klytämnestra, Elektras Mutter und Gegenspielerin, ist eine Frau am Rande des Wahnsinns, mit täglichen Albträumen. („Und dann schlaf ich und träume, träume, dass sich mir das Mark in den Knochen löst …“) Kontrastierend dazu ist die Gestalt der Chrysothemis, die statt auf Rache zu sinnen auf ein glückliches Leben hofft: („Kinder will ich haben … Ich bin ein Weib und will ein Weiberschicksal!“)

Diverse Wünsche von Strauss nahm Hofmannsthal auf und änderte das Libretto nach den Wünschen des Komponisten, um die Handlung noch dramatischer zu gestalten. So weitete er die Orest-Szene aus, so dass Strauss ein Zwischenspiel einfügen konnte, während Elektra ihren wieder zurückgekehrten Bruder betrachtet.[4] Dann wiederholt sie Orests Namen noch drei Mal, und versinkt beinahe in Zärtlichkeiten, bevor sie wieder in eine düstere, rachsüchtige Stimmung verfällt.

Am 11. September 1908 schloss Strauss die Komposition ab, am 22. September beendete er die Partiturniederschrift. Elektra ist reich instrumentiert. Mit 111 Musikern verlangt sie ein noch größeres Orchester als Salome. Die Musik ist gegenüber der Salome härter, herber, dissonanter; sie enthält polytonale Passagen und gewaltige Klangblöcke wie aus Granit. Stilistisch stellt Elektra einen Höhepunkt in Richard Strauss’ Schaffen dar – seine folgenden Werke sind von einer deutlich tonal empfundenen, spätromantischen Ästhetik geprägt.

Am 25. Januar 1909 wurde Elektra, wie bereits Salome vier Jahre zuvor, am Königlichen Opernhaus in Dresden unter dem Dirigat von Ernst von Schuch uraufgeführt. Der Regisseur war Georg Toller. Die Titelpartie sang Annie Krull, die Rolle der Klytämnestra sang Ernestine Schumann-Heink. Margarethe Siems sang die Chrysothemis. Richard Strauss schreibt in seinen Erinnerungen: „Der Erfolg der Premiere war, was ich, wie gewöhnlich, erst nachträglich erfuhr, ein anständiger Achtungserfolg. Angelo Neumann telegraphierte nach Prag sogar „Durchfall“! Jetzt gilt vielen „Elektra“ als Höhepunkt meines Schaffens! Andere stimmen für die „Frau ohne Schatten“! Das große Publikum schwört auf den „Rosenkavalier“! Man muß zufrieden sein, als deutscher Komponist, es so weit gebracht zu haben.“

  • Wo befindet sich das Teatro del Maggio?
    • Das Teatro del Maggio befindet sich in Piazzale Vittorio Gui 1, 50144 Florenz, Italien, in der Nähe der historischen Stazione Leopolda und unweit des Stadtzentrums.
  • Wie früh sollte ich im Theater eintreffen?
    • Wir empfehlen, mindestens 30 Minuten vor der geplanten Beginnzeit einzutreffen. So bleibt genügend Zeit, den Eingang zu erreichen, Ihr Ticket kontrollieren zu lassen und Ihren Sitzplatz zu finden.
  • Gibt es einen Dresscode?
    • Formelle Abendkleidung ist nicht erforderlich. Für das Ballett wird elegante oder gepflegte Freizeitkleidung empfohlen. Bequeme, aber gepflegte Kleidung ist für die Theateratmosphäre angemessen.
  • Kann ich den Zuschauerraum betreten, wenn ich zu spät komme?
    • Nach Beginn der Vorstellung ist ein verspäteter Einlass in den Zuschauerraum möglicherweise nicht gestattet. Gemäß den Besuchsregeln des Theaters können verspätete Besucher während der ersten verfügbaren Pause eingelassen werden.
  • Kann ich eine große Tasche oder einen Rucksack mitbringen?
    • Große Taschen und Rucksäcke sollten nicht in den Zuschauerraum mitgenommen werden. Das Theater bietet eine kostenlose Garderobe für größere Gegenstände.
  • Kann ich Essen oder Getränke in den Zuschauerraum mitbringen?
    • Nein. Während der Vorstellung und der Pause sind Essen und Getränke im Zuschauerraum nicht gestattet.
  • Darf ich Fotos machen oder die Vorstellung aufnehmen?
    • Audiovisuelle Aufnahmen sind während der Vorstellungen verboten, sofern keine ausdrückliche Genehmigung erteilt wurde.
  • Ist das Teatro del Maggio für Besucher mit Behinderungen zugänglich?
    • Ja. Das Theater bietet verschiedene barrierefreie Einrichtungen, darunter reservierte Parkplätze in der Nähe des Eingangs.
Besetzung

Dirigent: Daniele Gatti

Chorleiter: Lorenzo Fratini

Regie und Bühnenbild: Stéphane Braunschweig

Kostüme: Thibault Vancraenenbroeck

Licht: Marion Hewlett

Orchester und Chor des Maggio Musicale Fiorentino

Klytämnestra: Violeta Urmana

Elektra: Ricarda Merbeth

Chrysothemis: Vida Miknevičiūtė

Ägisth: Nikolai Schukoff

Orest: Christof Fischesser

Der Pfleger des Orest: Frederic Jost

Die Vertraute: Giulia Alletto*

Die Schleppträgerin: Juana Shtrepi*

Ein junger Diener: Alexandru Tiba*

Ein alter Diener: Juan Carlos Villalobos*

Die Aufseherin: Zeynep Seray Özcan*

Erste Magd: Natalie Lewis

Zweite Magd: Erica Cortese*

Dritte Magd: Vivien Georgiev*

Vierte Magd: Caterina Meldolesi

Fünfte Magd: Ilaria Monteverdi

Künstler des Maria Manetti Shrem Emerging Artists Program 

Veranstaltungsort
Teatro del Maggio - Staatsoper Florenz Italien

Das Teatro del Maggio befindet sich im Zentrum, in der Nähe der alten Stadtmauern, neben der historischen Stazione Leopolda. Der Garten, der die Besucher willkommen heißt, ist der Piazzale Vittorio Gui, benannt nach dem Gründer des Stabile Orchestrale Fiorentina und dem Maggio Musicale Fiorentino.


Mit dem Zug
Santa Maria Novella ist der Hauptbahnhof von Florenz.
Von dort aus erreichen Sie das Theater zu Fuß (ca. 10-15 Minuten) oder mit der Straßenbahn (Haltestelle) oder einem Taxi.


Mit dem Auto
Die Opera di Firenze liegt etwas außerhalb des ZTL-Gebietes.
Es ist möglich, in der Nähe des Parco delle Cascine oder gegen Gebühr auf dem Parkplatz Porta al Prato (Via Elio Gabbuggiani, 7) und auf dem Parkplatz Piazza Vittorio Veneto zu parken.


Mit dem Bus
Die Linien C1, C2 und D (Haltestelle Leopolda);
Linien 17 und 23A-B (Haltestelle Via delle Carra);
Linien 17B-C, 22, 23N, 23 und 57 (Haltestelle Pierluigi da Palestrina);
Linien 29, 29B, 29BA, 29BC, 29D, 30A, 30B, 30AC, 35 und 35° (Haltestelle Leopolda - Porta al Prato; Capolinea).


Mit der Straßenbahn
Linie T1 (Haltestelle Porta al Prato - Parco della musica).

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