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Der Bajazzo

VenueTeatro di San Carlo
CalendarMi. 10 März 2027 - Mi. 17 März 2027
Inhalt / Details

Handlung

Bei einer Truppe von fahrenden Schauspielern im Italien des späten 19. Jahrhunderts erfährt der Anführer Canio kurz vor seinem Auftritt von der Untreue seiner Frau Nedda, die eine Affäre mit Silvio hat. Canio singt daraufhin die berühmte Arie Vesti la giubbia mit der an sich selbst gerichteten Textzeile Ridi, pagliaccio, sul tuo amore infranto („Lache, Bajazoo, über Deine zerbrochene Liebe“). Noch während dieser Aufführung stellt Canio seine Frau zur Rede, wobei Realität und Bühnenspiel tragisch ineinander übergehen; am Ende tötet Canio im Affekt sowohl Nedda als auch ihren Geliebten Silvio vor den Augen des entsetzten Publikums.

 

Prolog

Tonio tritt im Kostüm seiner Komödienfigur Taddeo vor den geschlossenen Vorhang und heißt das Publikum mit einer Rede über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schauspiel und Realität willkommen („Si può?“). Im Namen des Librettisten und Komponisten bereitet er die Zuschauer auf ein besonders realitätsnahes Stück vor.

 

Erster Akt

Festplatz an einer Wegkreuzung auf dem Land; im Hintergrund ein Dorf; rechts ein Jahrmarkttheater

Szene 1. Canio zieht mit seiner Commedia-dell’arte-Truppe ins Dorf und lädt die jubelnde Menge zur Abendvorstellung ein (Canio: „Un grande spettacolo“). Der missgestaltete Tonio will Canios Frau Nedda beim Absteigen vom Karren helfen, wird aber von dem eifersüchtigen Canio mit einer kräftigen Ohrfeige zurechtgewiesen. Tonio schwört sich, Canio dafür büßen zu lassen. Als ein Bauer Canio ins Wirtshaus einlädt, entschuldigt sich Tonio, er müsse noch den Esel versorgen. Die Bauern scherzen, er wolle wohl mit der hübschen Nedda allein bleiben. Canio reagiert darauf mit unterdrückter Wut. Er verkündet lächelnd, anders als auf der Bühne, wo er als Pagliaccio ständig den verlachten betrogenen Gatten spielen müsse, würde er im echten Leben Untreue mit dem Tod rächen (Canio: „Un tal gioco, credetemi“). Nedda beunruhigen diese Worte tief. Musikanten treffen ein, und die Dorfbevölkerung zieht mit ihnen unter Glockengeläut zur Vesper in die Kirche (Glockenchor: „Din don, suona vespero“). Canio und Peppe machen sich unterdessen mit einigen Bauern auf den Weg zur Taverne.

 

Szene 2. Die allein zurückgebliebene Nedda besingt neidisch die Freiheit der Vögel (Nedda: „Hui! Stridono lassù, liberamente“). Tonio nähert sich und macht ihr Avancen, die sie erst spottend, dann immer schroffer zurückweist. Als er zudringlich wird, schlägt sie ihn mit Peppes Peitsche in die Flucht.

 

Szene 3. Wenig später erscheint Neddas wahrer Geliebter, der junge Bauer Silvio. Er ignoriert Neddas Warnung vor ihrem eifersüchtigen Mann, den er mit Peppe in der Taverne gesehen hat, und fleht sie an, noch diese Nacht mit ihm zu fliehen (Duett: „Non mi tentar“). Sie willigt nach einigem Zögern ein, und beide küssen sich innig. Tonio beobachtet die Szene und alarmiert Canio.

 

Szene 4. Tonio und Canio schleichen sich vorsichtig an, um das Paar in flagranti zu erwischen. Silvio kann in letzter Sekunde unerkannt fliehen. Mit dem Messer drohend, verlangt Canio von Nedda den Namen des Geliebten, doch Peppe tritt dazwischen und entreißt ihm die Waffe. Er weist Canio darauf hin, dass die ersten Gäste schon zur Vorstellung kommen, und führt Nedda zur Umkleide ins Theater. Tonio beruhigt Canio damit, dass er Nedda im Auge behalten werde. Der Liebhaber werde mit Sicherheit zum Schauspiel kommen und sich dort verraten. Für den betrogenen Canio scheint das Schicksal seiner Komödienfigur zur Realität geworden zu sein („Vesti la giubba“ mit dem Ausruf „Ridi, Pagliaccio“). Er macht sich traurig auf den Weg zur Bühne.

 

Zweiter Akt

Dieselbe Szene wie im ersten Akt; Abend

Szene 1. Angelockt von den Rufen Tonios strömt das Volk in das Theater. Einige sind ungeduldig, andere streiten um die Plätze. Die bereits als Colombina verkleidete Nedda sammelt das Eintrittsgeld ein und warnt dabei heimlich den tatsächlich anwesenden Silvio vor Canios Zorn. Endlich hebt sich der Vorhang der kleinen Bühne.

 

Szene 2. Die Komödie beginnt: Von ihrem Mann Pagliaccio (Canio) alleingelassen, wartet Colombina auf ihren Geliebten Arlecchino (Peppe), der ihr draußen ein Ständchen bringt (Peppe: „O Colombina, il tenero“). Statt seiner tritt Taddeo (Tonio) ein und macht ihr den Hof. Arlecchino klettert durchs Fenster, vertreibt ihn, und die beiden Liebenden setzen sich zum Essen an den Tisch. Arlecchino reicht Colombina ein Fläschchen mit einem Schlaftrunk, den sie ihrem Mann einflößen soll, damit sie gemeinsam fliehen können. Da kommt Pagliaccio nach Hause. Taddeo warnt das Paar gerade noch rechtzeitig und versteckt sich. Als jedoch Nedda/Columbina dem fliehenden Arlecchino (Peppe) die gleichen liebevollen Abschiedsworte nachruft wie am Nachmittag ihrem Silvio, verliert Canio/Pagliaccio die Contenance: Indem er Spiel und Ernst zu vermischen beginnt, fragt er Nedda erneut nach dem Namen seines Nebenbuhlers (Canio: „No! Pagliaccio non son!“). Nedda versucht noch, die Komödie fortzuführen. Die Zuschauer sind hingerissen von dieser Intensität und applaudieren dem so real wirkenden vermeintlichen Spiel. Erst als Canio einen Dolch ergreift, erkennt das Publikum den Ernst der Lage. Tonio hindert den inzwischen eingetroffenen Peppe daran, einzugreifen. Nedda versucht zu fliehen, wird aber von Canio eingeholt, der ihr das Messer in den Rücken stößt. Mit ihren letzten Worten ruft sie ihren Geliebten Silvio zu Hilfe und verrät ihn damit. Auch er wird vom rasenden Ehemann erstochen. Anschließend bleibt Canio wie versteinert stehen und lässt die Waffe fallen. Tonio (in einigen Fassungen Canio) schickt das Publikum zynisch mit den Worten „La commedia è finita“ (‚Die Komödie ist aus‘) nach Hause.

  • Wo befindet sich das Teatro San Carlo?
    • Das Teatro San Carlo befindet sich in der Via San Carlo 98, 80132 Neapel, Italien, im Herzen von Neapel, neben der Piazza del Plebiscito und in der Nähe des Königspalastes und der Galleria Umberto I.
  • Wie früh sollte ich vor dem Konzert eintreffen?
    • Wir empfehlen, mindestens 30 Minuten vor dem geplanten Beginn einzutreffen. So bleibt genügend Zeit, den Eingang zu erreichen, das Ticket kontrollieren zu lassen und den Sitzplatz zu finden.
  • Was sollte ich anziehen?
    • Formelle Abendkleidung ist nicht erforderlich. Empfohlen wird elegante oder gepflegte Freizeitkleidung. Bequeme, aber angemessene Kleidung ist für die Theaterumgebung geeignet.
  • Kann ich den Zuschauerraum betreten, wenn ich zu spät komme?
    • Nach Beginn der Vorstellung kann der Zutritt zum Zuschauerraum möglicherweise nicht mehr gestattet werden. Zuspätkommende können je nach den Regeln des Theaters und der Art der Vorstellung während der ersten verfügbaren Pause eingelassen werden.
  • Kann ich eine große Tasche oder einen Rucksack mitbringen?
    • Große Taschen und Rucksäcke sollten nicht in den Zuschauerraum mitgenommen werden. Falls verfügbar, sollten sie an der dafür vorgesehenen Garderobe oder im dafür vorgesehenen Aufbewahrungsbereich des Theaters abgegeben werden.
  • Kann ich Essen oder Getränke mit in den Zuschauerraum nehmen?
    • Nein. Während der Vorstellung oder der Pause sind Essen und Getränke im Zuschauerraum nicht gestattet.
Besetzung

Oper auf Italienisch mit Übertiteln auf Italienisch und Englisch
Dauer: ca. 1 Stunde und 45 Minuten, ohne Pause

Drama in einem Prolog und zwei Akten nach dem Libretto des Autors
Musik von Ruggiero Leoncavallo

Dirigent | Daniel Oren
Regie und Bühnenbild | Franco Zeffirelli, übernommen von Stefano Trespidi
Kostüme | Raimonda Gaetani
Licht | Vinicio Cheli

 

Interpreten
Nedda | Carolina López Moreno / Karen Gardeazabal*
Canio | Fabio Sartori / Yusif Eyvazov*
Tonio | Ariunbaatar Ganbaatar / Daniel Luis de Vicente*
Silvio | Simone Del Savio / Andrea Piazza*
Peppe | Matteo Mezzaro

Orchester, Chor und Kinderchor der weißen Stimmen des Teatro San Carlo
Chorleitung | Fabrizio Cassi
Leitung des Kinderchors der weißen Stimmen | Stefania Rinaldi

Produktion des Teatro dell'Opera di Roma

Veranstaltungsort
Teatro di San Carlo

 

 

Teatro di San Carlo Napoli; Opernhaus San Carlo; Real Teatro di San Carlo Naples.

 

Das Real Teatro di San Carlo (Königliches Theater von San Carlo), sein ursprünglicher Name unter der bourbonischen Monarchie, heute aber einfach als Teatro di San Carlo bekannt, ist ein Anopernhaus in Neapel, Italien. Es befindet sich neben der zentralen Piazza del Plebiscito und ist mit dem Königspalast verbunden.

 

Es ist einer der ältesten, kontinuierlich aktiven Veranstaltungsorte für öffentliche Opern der Welt und wurde 1737 eröffnet, nur fünf Jahre nach dem Manoel Theatre in Malta und Jahrzehnte vor den beiden Mailänder Theatern La Scala und La Fenice in Venedig. 

 

Die Opernsaison dauert von Ende Januar bis Mai, die Ballettsaison von April bis Anfang Juni. Das Haus hatte einst eine Kapazität von 3.285 Sitzplätzen, ist aber heute auf 1414 Sitzplätze reduziert worden[3] Aufgrund seiner Größe, Struktur und Antike war es das Modell für die folgenden Theater in Europa.

 

Geschichte des Opernhauses

 

Im Auftrag des bourbonischen Königs Karl VII. von Neapel (Carlo VII. auf Italienisch) wollte Charles Neapel mit einem neuen und größeren Theater ausstatten, um das alte, verfallene und zu kleine Teatro San Bartolomeo von 1621 zu ersetzen, das der Stadt gut gedient hatte, besonders nachdem Scarlatti 1682 dorthin gezogen war und damit begonnen hatte, ein wichtiges Opernzentrum zu schaffen, das bis weit in die 1700er Jahre existierte.

 

So wurde das San Carlo am 4. November 1737, dem Namenstag des Königs, mit der Aufführung der Oper Domenico Sarros Achille in Sciro eingeweiht, die auf dem 1736 von Metastasio verfassten Libretto basiert, das in diesem Jahr von Antonio Caldara vertont worden war. Wie üblich wurde die Rolle des Achilles von einer Frau, Vittoria Tesi, genannt "Moretta", gespielt; in der Oper waren auch die Sopranistin Anna Peruzzi, genannt "die Parrucchierina" und der Tenor Angelo Amorevoli zu sehen. Sarro dirigierte das Orchester auch in zwei Balletten als Intermezzi, geschaffen von Gaetano Grossatesta, mit Szenen von Pietro Righini. Die ersten Saisons betonten die königliche Vorliebe für Tanznummern und gehörten zu den berühmten Kastraten der Künstler.

 

Im späten 18. Jahrhundert wurde Christoph Willibald Gluck vom Impresario Tufarelli nach Neapel berufen, um seine Clemenza di Tito 1852 am Theater zu dirigieren, und Johann Christian Bach brachte 1761-62 zwei Opern, Catone in Utica und Alessandro nell'Indie.

 

1737: Bau des Teatro di San Carlo

Das neue Opernhaus wurde von Giovanni Antonio Medrano, einem Militärarchitekten, und Angelo Carasale, dem ehemaligen Direktor des San Bartolomeo, entworfen. Der hufeisenförmige Hörsaal ist der älteste der Welt. Es wurde für 75.000 Dukaten gebaut. Die Halle war 28,6 Meter lang und 22,5 Meter breit, mit 184 Boxen, einschließlich derjenigen des Proszeniums, die in sechs Ordnungen angeordnet waren, sowie einer königlichen Box für zehn Personen mit insgesamt 1.379 Sitzplätzen. Inklusive Stehplatz bot das Theater Platz für über 3.000 Personen. Der anspruchsvolle Komponist und Geiger Louis Spohr überprüfte am 15. Februar 1817 sehr gründlich die Größe und die akustischen Eigenschaften dieses Opernhauses und kam zu dem Schluss:

 

es gibt keinen besseren Ort für Ballett und Pantomime. Militärische Infanterie- und Kavalleriebewegungen, Schlachten und Stürme auf See können hier dargestellt werden, ohne in das Lächerliche zu fallen. Aber für die Oper selbst ist das Haus zu groß. Obwohl die Sängerinnen und Sänger, Signora Isabella Colbran,[Prima Donna vom Teatro San Carlo und Rossinis zukünftige Frau] und die Signori Nozzari, Benedetti, etc. sehr starke Stimmen haben, waren nur ihre höchsten und stentorischsten Töne zu hören. Jede Art von zärtlicher Äußerung ging verloren.

 

Das San Carlo, das wegen seiner Architektur, seiner Golddekorationen und der üppigen blauen Polsterung (Blau und Gold sind die offiziellen Farben der Bourbonen) sehr geschätzt wird, war heute das größte Opernhaus der Welt[6] In Bezug auf die Macht des bestehenden bourbonischen Königreichs der beiden Sizilien stellt Beauvert fest, dass die Gestaltung des Hauses mit seinen 184 Kisten ohne Vorhänge so war, dass "niemand der Kontrolle durch den Herrscher entgehen konnte", der seinen privaten Zugang aus dem Königspalast hatte.

 

1809 wurde Domenico Barbaia zum Direktor der königlichen Opernhäuser in Neapel ernannt und blieb bis 1841 im Amt. Bald erlangte er den Ruf für innovative und schillernde Produktionen, die sowohl das Publikum als auch führende Sänger an das Opernhaus lockten.

 

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