Radetzkymarsch

Die Zeit will uns nicht mehr. Man glaubt nicht mehr an Gott. Die neue Religion ist der Nationalismus. Die Völker gehen nicht mehr in die Kirche. Sie gehen in nationale Vereine und wollen selbständige Staaten. Sobald unser Kaiser die Augen schließt, zerfallen wir in hundert Stücke.
Graf Chojnicki


Ein grausamer Wille der Geschichte hat mein altes Vaterland, die österreichisch-ungarische Monarchie, zertrümmert. Ich habe es geliebt, dieses Vaterland, das mir erlaubte, ein Patriot und ein Weltbürger zugleich zu sein, ein Österreicher und ein Deutscher unter allen österreichischen Völkern. Ich habe die Tugenden und die Vorzüge dieses Vaterlands geliebt, und ich liebe heute, da es verstorben und verloren ist, auch noch seine Fehler und seine Schwächen. Deren hatte es viele. Es hat sie durch seinen Tod gebüßt. Es ist fast unmittelbar aus der Operettenvorstellung in das schaurige Theater des Weltkriegs gegangen. Mir und vielen anderen meiner internationalen Landsleute, die gleich mir ein Vaterland und damit eine Welt verloren haben, ist ein ganz anderes -Österreich bekannt und vertraut als jenes, das sich in seinen Export-Operetten zu Lebzeiten offenbart hat und das sich nach dem Tode nur noch in seinem billigsten Export bewahrt. Ich habe die merkwürdige Familie der Trottas, von denen ich in meinem Buch Radetzkymarsch berichten will, gekannt und geliebt, die Spartaner unter den Österreichern. An ihrem Aufstieg, an ihrem Untergang glaube ich den Willen jener unheimlichen Macht erkennen zu dürfen, die am Schicksal eines Geschlechts das einer historischen Gewalt deutet. Die Völker vergehn, die Reiche verwehn. Aus dem Vergehenden, dem Verwehenden das Merkwürdige und zugleich das Menschlich-Bezeichnende festzuhalten ist die Pflicht des Schriftstellers. Er hat die erhabene und bescheidene Aufgabe, die privaten Schicksale aufzuklauben, welche die Geschichte fallen läßt, blind und leichtfertig, wie es scheint.
Joseph Roth, Vorwort zu Radetzkymarsch

Programm und Besetzung

Regie 
Elmar Goerden

 

Bühnenbild 
Silvia Merlo
Ulf Stengl

 

Kostüme 
Lydia Kirchleitner

 

Dramaturgie 
Barbara Nowotny

 

Licht 
Manfred Grohs

 

Carl Joseph von Trotta 
Florian Teichtmeister

 

Bezirkshauptmann Franz von Trotta 
Joseph Lorenz

 

Der Held von Solferino, Jacques, Doktor Skowronnek, Knopfmacher 
Michael König

 

Graf Chojnicki 
Andrea Jonasson

 

Katharina Slama, Eva Demant 
Pauline Knof

 

Doktor Max Demant, Kapturak 
Peter Scholz

 

Wachtmeister Slama, Oberst Kovacs, Major Zoglauer 
André Pohl

 

Valerie von Taußig, Fräulein Hirschwitz, Polizeirat Fuchs 

Alexandra Krismer

 

Rittmeister Tattenbach, Hauptmann Wagner 
Alexander Absenger

 

Rittmeister Taittinger, Rittmeister Zschoch 
Oliver Rosskopf

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Theater in der Josefstadt

Das Theater in der Josefstadt ist ein Theater in Wien im achten Bezirk Josefstadt. Es wurde 1788 gegründet und ist das älteste noch Theater in Wien. Es wird oft umgangssprachlich als einfach die Josefstadt bezeichnet.


Nach dem Umbau und Wiederaufbau im Jahre 1822 - gefeiert durch die Aufführung der Ouvertüre Die Weihe des Hauses von Beethoven - Oper wurde dort mit Meyerbeer und Wagner inszeniert. Ab 1858 gab das Theater die Oper auf und konzentrierte sich stattdessen auf Gerade Theater und Komödie.

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