Oper "Die Zauberflöte"

Mit der "Zauberflöte" schuf Mozart ein Stück Welttheater. So einfach und komplex zugleich ist wohl kein anderes Werk in der Opernliteratur. Das am 30.September 1791 im Theater auf der Wieden unter Leitung des Komponisten uraufgeführte Werk verbindet Zauberposse, Singspiel und große Oper zu dem rätselvollsten und zugleich unmittelbar berührendsten Kunstwerk, das je geschrieben wurde.


Werkbeschreibung

In wenigen Worten zusammengefasst kann man sagen, "Die Zauberflöte" erzählt vom Kampf der guten gegen die bösen Mächte, von der Macht der Musik und vor allem von der alles überwindenden Kraft der Liebe. Goethe meinte, sie sei fähig, sich vielfältigen Lesarten zu fügen, bereite sie doch der Menge ein einfaches Vergnügen, während sie den Eingeweihten geheime Schätze anvertraue. Entsprechend viele Interpretationen hat das Werk im Laufe der Jahrhunderte auf der Bühne erfahren. Helmuth Lohner hat zum Mozartjahr 2006 eine Neuinszenierung der "Zauberflöte" für die Volksoper erarbeitet und das Werk in einen eigenen, kleinen Kosmos gestellt, in dem Tamino, Papageno und Pamina zahlreichen (realen) Prüfungen ausgesetzt sind. Am Ende eines spannenden Abenteuers triumphieren Liebe und Toleranz. Mozart hatte große Freude an seinem letzten Werk. "Eben komme ich von der Oper", schrieb er an Konstanze, "sie war eben so voll wie allzeit. Sie haben das Duett, weißt Du, das Duett, 'Mann und Weib', haben sie wiederholt, auch das Glöckchenspiel im 1. Akt. Am meisten freut mich jetzt der stille Beifall." Immer wieder schlich er sich während der Vorstellungen unbemerkt in die Logen oder hinter die Bühne, um dort das Glockenspiel selbst zu spielen. Der geniale, unvergleichbare Künstler starb am 5. Dezember 1791 in Wien.

Inhaltsangabe

Erster Akt. Auf der Flucht vor einer riesigen Schlange verirrt sich Prinz Tamino in das Reich der Königin der Nacht. Drei Damen retten den vor Schreck in Ohnmacht gefallenen Prinzen im letzten Moment. Sie sind entzückt von dem schönen jungen Mann und eilen sogleich zur Königin, ihrer Herrin, um ihr von dem Vorfall zu berichten. Während Tamino aus seiner Ohnmacht erwacht, nähert sich Papageno, um der Königin seinen neuesten Vogelfang zu präsentieren und dafür Zuckerbrot, Wein und süße Feigen entgegen zu nehmen. Doch die drei Damen schlagen ihm stattdessen ein Schloss vor den Mund, und bringen nur Wasser und Steine zum Essen. Dies ist die Strafe, weil sich Papageno Tamino gegenüber als Bezwinger der Schlange ausgegeben hat. Für den Prinzen haben die drei Damen das Bild Paminas, der entführten Tochter der Königin, mitgebracht. Der Prinz verliebt sich auf den ersten Blick in das schöne „Bildnis“ und verspricht, alles zu tun, um Pamina zu retten. Daraufhin tritt die Königin samt Gefolge in Erscheinung, um sich persönlich der Hilfe Taminos zu versichern. Gemeinsam mit Papageno soll er in die Burg Sarastros eindringen und ihre Tochter befreien. Zum Schutz in des Tyrannen Reich erhält Tamino eine Zauberflöte und Papageno ein Glockenspiel. Beide Instrumente vermögen auf wundersame Weise das Gemüt von Mensch und Tier umzustimmen. Drei Knaben sollen ihnen den rechten Weg weisen und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Sarastros Reich hat der Mohr Monostatos soeben einen Fluchtversuch Paminas vereitelt. Als er gerade versucht, sich dem Mädchen heimlich zu nähern, erreicht Papageno den Ort des Geschehens. Während Monostatos flieht, erholt sich Papageno schnell von dem Schrecken, dem leibhaftigen Teufel begegnet zu sein und überbringt Pamina die freudige Nachricht, dass Tamino sie bald befreien wird. Beglückt preisen beide die Macht der Liebe. Inzwischen haben die drei Knaben Tamino in den Tempelbezirk Sarastros geleitet und ermahnt, standhaft, duldsam und verschwiegen zu sein. Aus dem Tempel der Weisheit tritt ein Priester, der den Eindringling nach seinem Anliegen befragt. Tamino äußert seine Angst um Pamina und seinen von der Königin der Nacht geschürten Hass gegenüber Sarastro. Dem hält der Priester entgegen, dass Sarastro Pamina „aus gerechten Gründen“ entführte, und diese im Heiligtum auf Tamino warte. Noch aber sei es Tamino nicht erlaubt, sie zu sehen. Da beginnt Tamino auf seiner Zauberflöte zu spielen. Der Klang lockt zunächst zahlreiche wilde Tiere an. Doch auch Pamina und Papageno vernehmen die Flötentöne und machen sich eilends auf die Suche. Monostatos will sie aufhalten … allein auch er ist gegen Zauberdinge machtlos und muss sich schließlich dem Klang von Papagenos Glockenspiel ergeben. Schon kündigen laute Jubelrufe die Ankunft Sarastros an. Während Papageno sich zitternd verkriecht, gesteht Pamina mutig ihre Absicht zu fliehen und begründet diese mit den Nachstellungen des Mohren. Der hat mittlerweile Tamino aufgespürt und führt ihn triumphierend der Versammlung vor. Auf diese Weise begegnen sich die beiden Liebenden erstmals, werden von den „Eingeweihten“ jedoch sogleich wieder getrennt, da sich Tamino erst reinigenden Prüfungen unterziehen muss. Pamina soll solange unter Sarastros Obhut bleiben.

Zweiter Akt. Sarastro hat die gesamte Priesterschaft zusammengerufen, um ihr den Willen der Götter Isis und Osiris kundzutun: Tamino kann erst dann Paminas Gemahl werden, wenn er zum Kreis der „Eingeweihten“ gehört. Dazu muss er sich erfolgreich den harten Prüfungen des Ordens unterziehen. Die Priester stimmen zu, Tamino und Papageno zu den Prüfungen zuzulassen. Verzweifelt versucht Pamina, den Geliebten vor den drohenden Gefahren zu warnen, doch dieser ist entschlossen, seinen Weg zu gehen. Im Vorhof des Tempels bereiten zwei Priester Tamino und Papageno auf die Prüfungen vor: Sie befehlen ihnen absolutes Stillschweigen und warnen sie vor den Frauen! Papageno ist die Sache nicht geheuer. Erst als ihm eine Frau zum Lohn in Aussicht gestellt wird, ist er bereit, die Gebote zu befolgen. Die drei Damen erscheinen und beschwören Tamino und Papageno eindringlich, Sarastro nicht zu vertrauen; aber Tamino bleibt standhaft. Monostatos wird bei seinem Vorhaben, die schlafende Pamina heimlich zu küssen, von der Königin der Nacht gestört. Sie berichtet der Tochter von dem Geheimnis um den siebenfachen Sonnenkreis: Paminas Vater übergab ihn vor seinem Tode freiwillig den „Eingeweihten“, weil er meinte, seine Frau, die Königin, könne ihn nicht angemessen verwalten. Gleichzeitig forderte er sie auf, sich fortan den Weisungen der Männer zu unterziehen. Dafür will sie sich nun rächen und übergibt Pamina einen Dolch, mit dem sie Sarastro töten soll. So will die Königin den Sonnenkreis und die damit verbundene Macht zurückgewinnen. Als Pamina das Ansinnen ihrer Mutter ablehnt, verflucht diese ihr eigenes Kind und verschwindet erbost. Monostatos, der die Auseinandersetzung belauscht hat, sieht endlich seine Stunde gekommen. Liebe oder Tod, das sind die zwei Alternativen, die er Pamina anbietet. Mutig verweigert sich diese und findet in Sarastro einen verständnisvollen Helfer in der Not: nicht Rache, sondern Verständnis und Verzeihen herrschen in „diesen heiligen Hallen“. Für Tamino und Papageno hat der zweite Teil der Prüfungen begonnen, wobei das Schweigegebot bestehen bleibt, bis die Posaune ertönt. Dies kümmert Papageno wenig: Munter plaudert er mit Tamino und auch mit einer auf seine Bitte nach Wasser herbeigeeilten Alten. Blitz und Donner bereiten dem Gespräch ein jähes Ende als die Alte davon spricht, einen Geliebten namens Papageno zu haben … Während Tamino auf der Flöte spielt, um Pamina den Weg zu weisen, wendet sich Papageno dem Essen zu, das die drei Knaben gebracht haben. Als Tamino auf alle Fragen der herbeigeeilten Pamina mit Schweigen antwortet, glaubt diese sich von ihm verraten und wendet sich zu Tode betrübt ab. Sarastro erscheint mit seinem Gefolge. Er führt Tamino und Pamina zusammen, damit sie sich voneinander verabschieden. Papageno, der die bisherigen Prüfungen nicht würdig absolviert hat, wird entfernt. Er irrt nun allein umher und ist für einen Becher Wein und ein Mädchen bereit, allem „Höheren“ zu entsagen. Wieder taucht die Alte auf, die sich plötzlich in eine junge Papagena verwandelt – und im selben Moment wieder entschwindet… Fest davon überzeugt, dass Tamino sie nicht mehr liebt, will Pamina aus dem Leben scheiden. Die drei Knaben greifen schützend ein und bringen sie zu Tamino. Zwei Geharnischte führen den Prinzen zur Feuer- und Wasserprobe. Pamina soll den Geliebten begleiten. Geschützt durch den Klang der Flöte bestehen die beiden schließlich unter Lebensgefahr die letzten großen Herausforderungen. Auch Papageno will ohne ein „Mädchen oder Weibchen“ nicht mehr weiterleben. Die drei Knaben erinnern ihn an sein Zauberinstrument: das Glockenspiel. Die ersten Töne „zaubern“ Papagena wieder herbei und das Paar träumt sogleich von einer großen Kinderschar. Noch einmal versucht die Königin der Nacht mit ihren drei Damen und Monostatos in den Tempel einzudringen und Rache zu üben. Sarastro überrascht die Eindringlinge und verbannt sie für immer aus seinem Reich. 

Programm und Besetzung

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Volksoper Wien

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U-Bahnlinie U6
Straßenbahnen 40, 41, 42
Bus 40A
Haltestelle „Währinger Straße / Volksoper“

Ein Taxistandplatz befindet sich am Währinger Gürtel.
Parkgaragen im WIFI und im AKH

 

Die Volksoper ist Wiens großes Haus für Operette, Oper, Musical und Ballett, das anspruchsvolle musikalische Unterhaltung bietet. Farbig, vielschichtig und lebensfroh widmet sie sich als einziges Wiener Haus dem Genre Operette.

Zwischen September und Juni stehen in knapp 300 Aufführungen rund 35 verschiedene Produktionen auf dem Programm des 1.337 Plätze fassenden Repertoiretheaters. Von der „Zauberflöte“ bis zu „Turandot“, vom Musical „My Fair Lady“ bis zum Ballett „Ein Sommernachtstraum“ reicht dabei das Repertoire der Volksoper Wien. Nicht zu vergessen Operettenklassiker wie „Die Fledermaus“, „Die lustige Witwe“, „Die Csárdásfürstin“ oder „Ein Walzertraum“.

Im September 2007 übernahm Burgschauspieler Robert Meyer die Direktion der Volksoper. Nachdem viele seiner Vorgänger das Haus frühzeitig verlassen haben, hat Robert Meyer mit der Zusicherung, er würde ein Langzeitdirektor, das Vertrauen von Publikum, Ensemble und Mitarbeitern gewonnen. Rasch konnte er die Volksoper wieder als das Musiktheater Wiens positionieren, indem Unterhaltung gepaart mit größter künstlerischer Qualität geboten wird.

Bereits im ersten Jahr seiner Direktion gelang es dank seiner Popularität und mit einem ambitionierten Spielplan, Publikumsschichten zurückzugewinnen, die Auslastung zu erhöhen und die Einnahmen zu steigern. Auch auf dem Gebiet der Stammbesucher konnte ein großer Erfolg verbucht werden: Nachdem ein Jahrzehnt lang die Zahl der Abonnenten stetig zurückging, ist sie in diesem Jahr massiv angestiegen. Auch die Zahl der Wahlabonnenten wurde versiebenfacht.

Besonderes Augenmerk legt Meyer in seiner Programmierung auf die Operette, an deren Aufwertung er arbeitet. Daneben zählen Opern des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, klassisches Musical und Ballett zu den Repertoiresäulen der Volksoper. Mit „Volksoper Spezial“ wurde eine 5. Sparte geschaffen, die Soireen, Kabarettistisches und Parodistisches umfasst und die Bedeutung von Schauspieler-Musiktheater an der Volksoper unterstreicht. Neben Schauspielerkollegen aus Burgtheater, Josefstadt und Volkstheater steht Publikumsmagnet Robert Meyer selbst in zahlreichen Vorstellungen auf der Bühne der Volksoper.

Mit einem kinderfreundlichen Programm, Kinder-Workshops, Ermäßigungen, Kinder-Zyklen, Schulprojekten und Führungen wird Kindern der Zugang zur Welt des Musiktheaters erleichtert.

By Bwag - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34011212
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