mathias rüegg

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Januar 1970
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Ab dem Moment des Lockdowns am 16. März 2020 legte sich eine von Angst durchsetzte, unheimliche und paranoide Stimmung über die Stadt Wien, die sich selbst in den kleinsten hintersten Winkeln nicht verflüchtigte. So gab es für mich nur eine Möglichkeit, dieser kollektiven Depression zu entrinnen, und das war die Flucht in die Kreativität, ins Komponieren bzw. Bearbeiten. Deshalb beschloss ich am Donnerstag, dem 19. März, ab sofort jeden Tag ein kurzes Klavierstück zu schreiben; jeweils genau zwischen 18.00 und 22.00 Uhr, von Donnerstag bis Montag. Mein Ziel war es unter anderem, meine kreative Abrufbarkeit zu testen. Deswegen durfte ich mich vor 18.00 auch nicht damit beschäftigen, was ich schreiben werde, sondern ich musste mich „stante pede“ in eine andere Welt „fallen lassen“ quasi in eine Art Schockstarre, aus der ich jeweils erst um 22.00 wieder aufwachen durfte. Das ging am Anfang problemlos, doch ab der zweiten Woche schlichen sich Zweifel ein. Halte ich das durch, schaff ich das? Was ist, wenn mir nichts einfällt? Es war mir klar, dass ich das Experiment bei einem Versagen sofort abbrechen würde. Das setzte mich gewaltig unter Druck. Dazu kam noch, dass ich in den ersten vier Wochen jeweils am 6. Tag genau acht Stunden lang eine viersätzige Suite für ein Kammermusikquartett schrieb. Am siebten Tag gab es dann einen Ruhetag, ab der fünften Woche jeweils zwei. Die Intensität erinnerte mich an den August 2011, wo ich in knapp vier Wochen die Musik zu einer kompletten Show des Big Apple Circus (NYC) schreiben musste.

Programm und Besetzung

Ladislav Fančovič, Johanna Gröbner, Soley Blümel, Georg Vogel & mathias rüegg: Klavier
Wolfram Berger: Referent
Aurelia Roher: Bildmaterial

 

PORGY & BESS Jazzclub

Das Porgy & Bess (eigentlich Jazz- and Musicclub Porgy & Bess) ist ein Jazzclub in der Riemergasse 11 im 1. Bezirk von Wien. Der 1993 gegründete Club gilt „als wichtigster Jazzveranstalter und Szenetreffpunkt“ der österreichischen Hauptstadt.

Das Programm des Porgy & Bess spricht ein sehr großes Publikum an, etwa 70.000 Gäste im Jahr; entsprechend wird Jazz „sehr pluralistisch verstanden“, und im Programm „auch in Randbereiche, wie elektronische Musik, zeitgenössische Musik und Weltmusik, vorgedrungen.“  Neben zahlreichen internationalen Interpreten, insbesondere aus dem US-amerikanischen Raum, finden auch österreichische Musiker hier eine Auftrittsmöglichkeit. Der Club bietet auch die Bühne für Events, wie etwa die Verleihung des Austrian World Music Award.

Dem Musikwissenschaftler Christian Scheib zufolge ist das Porgy & Bess „gleichzeitig essenziell für die Weiterentwicklung der musikalischen (Jazz-)Wirklichkeit einer Stadt“ und braucht und verbraucht „als Stadtraum schlicht alltäglich Musik“. Es schaffe sich „durch künstlerische Vorlieben, akustische Qualität, Fassungsvermögen und realer Auslastung die notwendige Abgrenzung von anderen Clubs.“ Dabei erlauben die unterschiedlichen Bereiche des Jazzclubs – Bereich vor der Bühne mit Tischen, Galerie im oberen Stockwerk, ein seitlicher Bereich mit einer Bar am Tresen – unterschiedlich intensive Konzentration auf das Konzertgeschehen. Für die Jazzthetik ist das Porgy & Bess sogar ein „Traditionsclub.“

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