Einen Jux will er sich machen

Couplets von Thomas Arzt Ich mach mir einen Jux! Gerade jetzt, auf der Grenze zwischen Knechtschaft und Herrschaft mach ich mir einen Jux. Für die ganze Zukunft will ich mir die leeren Wände meines Herzens mit Bildern der Erinnerung schmücken, – ich mach mir einen Jux! Weinberl Tag für Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang steht er im G’wölb des Gewürzhändlers Zangler – nur einmal im Leben möchte der Handlungsgehilfe Weinberl etwas anderes, ein tolles Abenteuer erleben. Als Zangler anlässlich seiner bevorstehenden Heirat Weinberl zum Teilhaber ernennt, sieht er seine letzte Chance gekommen, sich einen Jux zu machen. Zangler reist für einige Tage in die Hauptstadt und überträgt ihm die Verantwortung für das Geschäft. Doch Weinberl schließt den Laden und fährt gemeinsam mit dem Lehrbuben Christoph ebenfalls in die Stadt, in der Hoffnung, dort das ersehnte Abenteuer zu finden. Aber der erste, den sie dort erblicken, ist Zangler. Sie flüchten in den Modesalon der Madame Knorr. Weinberl gibt sich als frisch angetrauter Gatte einer Kundin aus, die auch gleich dar auf erscheint. Daraus erwachsen Turbulenzen und Verwicklungen, die so gar nicht das sind, was Weinberl und Christoph sich unter fidelen Abenteuern vorgestellt haben. Eines der eigentümlichsten Verfahren von Nestroys Komik besteht darin, die Helden durch irrtümliche Umstände in fürchterlichen Schrecken zu versetzen. Da werden sie dann vor den Augen eines wissenden und lachenden Publikums wie von elektrischen Schlägen hin und her geschleudert. Die Not lässt sie in Nestroys dichtester Sprache reden, bis es ihnen auch diese noch verschlägt. In den vielen Panikszenen, die der Dramatiker Nestroy geschrieben, der Schauspieler vorgeführt hat, wird dem Publikum ebendas zum Gelächter freigegeben, was ihm außerhalb des Theaters das freie Lachen gefrieren macht.

Programm und Besetzung

Regie: Stephan Müller

Bühnenbild: Sophie Lux

Kostüme: Birgit Hutter

Musik: Matthias Jakisic, Thomas Hojsa

Choreografie: Daniela Mühlbauer

Video: Sophie Lux

Dramaturgie: Barbara Nowotny

Licht: Pepe Starman


Zangler, Gewürzkrämer in einer kleinen Stadt: Robert Joseph Bartl

Marie, dessen Nichte und Mündel: Anna Laimanee

Weinberl, Handlungsdiener bei Zangler: Johannes Krisch

Christopherl, Lehrjung bei Zangler: Julian Valerio Rehrl

Kraps, Hausknecht bei Zangler / Brunninger, Kaufmann / Ein Lohnkutscher: Oliver Huether

Frau Gertrud, Wirtschafterin bei Zangler / Fräulein Blumenblatt, Zangerls Schwägerin / Eine Hausmeisterin: Elfriede Schüsseleder

Melchior, ein vazierender Hausknecht: Martin Zauner

August Sonders: Tobias Reinthaller

Hupfer, ein Schneidermeister / Philipp, Putzmacher / Ein Wächter / Zweiter Kellner: Paul Matic

Madame Knorr, Modewaren-Händlerin in der Hauptstadt: Martina Stilp

Frau von Fischer, Witwe: Alexandra Krismer

Lisette, Stubenmädchen bei Fräulein Blumenblatt: Therese Lohner

Rab, ein Gauner / Erster Kellner: Alexander Strömer

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Theater in der Josefstadt

Das Theater in der Josefstadt ist ein Theater in Wien im achten Bezirk Josefstadt. Es wurde 1788 gegründet und ist das älteste noch Theater in Wien. Es wird oft umgangssprachlich als einfach die Josefstadt bezeichnet.


Nach dem Umbau und Wiederaufbau im Jahre 1822 - gefeiert durch die Aufführung der Ouvertüre Die Weihe des Hauses von Beethoven - Oper wurde dort mit Meyerbeer und Wagner inszeniert. Ab 1858 gab das Theater die Oper auf und konzentrierte sich stattdessen auf Gerade Theater und Komödie.

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