Der Selbstmörder

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Dezember 2021
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Alles beginnt mit der nächtlichen Sehnsucht nach Leberwurst. Der arbeitslose Kleinbürger Semjon Semjonowitsch weckt seine Frau Mascha, die seine schlaftrunkenen Gelüste nach Fleisch jedoch empört zurückweist. Schnell eskaliert der Ehekrach, Semjon Semjonowitsch verlässt gekränkt das Ehebett und ist in der dunklen Wohnanlage nicht mehr aufzufinden.

 

Mascha beginnt, sich Sorgen zu machen, und ihre aufgebrachte Mutter Serafima befeuert ihre Angst: Semjon wird sich doch wohl nicht umbringen wollen – aus Scham darüber, ein „Mensch ohne Gehalt“ zu sein? Es dauert nicht lange, da weiß es die ganze Stadt: Semjon Semjonowitsch will sich das Leben nehmen. Als potenzieller Toter aber steigt sein gesellschaftlicher Wert rasant. Plötzlich wollen ihm alle den Anlass zum Märtyrertod persönlich in den Abschiedsbrief diktieren – natürlich strikt im Interesse der eigenen Gruppe: der Intellektuellen, der orthodoxen Kirche, der Wurstindustrie. Semjon suhlt sich in der ungewohntenAufmerksamkeit, besorgt sich eine Pistole und nimmt die Rolle des Selbstmörders dankbar an. Ein einziges Problem bleibt ihm jedoch: In Wirklichkeit fehlt ihm der Mut, seinen Worten auch die Tat folgen zu lassen. Die Gesellschaft aber hat ihm schon eine Deadline gesetzt: Morgen um 12 Uhr soll es so weit sein.

Programm und Besetzung

Semjon: Florian Teichtmeister
Serafima: Katharina Pichler
Maria: Lilith Häßle
Margarita / Priester: Tim Werths
Alexander: Markus Hering
Aristarch: Dietmar König
Kleopatra: Alexandra Henkel
Jegoruschka: Bardo Böhlefeld

 

Regie: Peter Jordan, Leonhard Koppelmann
Bühne & Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch
Musik: Peter Kaizar
Licht: Michael Hofer
Dramaturgie: Alexander Kerlin

 

Burgtheater

Am 14. März 1741 überließ Kaiserin Maria Theresia dem Theaterunternehmer Selliers ein neben der Hofburg leerstehendes Ballhaus zur Verpachtung an Schauspielertruppen. Ihr Sohn Joseph II. stellte es 1776 per Dekret als "Teutsches Nationaltheater" unter die Administration des Hofes. Damit begann die Glanzzeit der deutschsprachigen Schauspielkunst in Wien. Seit 1794 trägt das Theater den Namen "K.K. Hoftheater nächst der Burg". Es erlebte eine erste Blütezeit unter Direktor Joseph Schreyvogel (von 1814 bis 1832), der sich besonders um die Pflege der Weimarer Klassik bemühte und Franz Grillparzer an die Burg holte. Ein wichtiger Reformator des Hauses wurde Heinrich Laube (künstlerischer Leiter von 1849 bis 1867). Mit seinem literarisch anspruchsvollen Spielplan kam ein grandioses Schauspielerensemble an die Burg. "Diese Schauspieler spielen ihre eigene Situation in dieser Stadt, die eine einzigartige, vollkommen scheinhafte und dabei großartige ist." (Hugo von Hofmannsthal). Das berühmte Ensemble war und ist die wichtigste Konstante des Theaters.

Nach 130 Jahren Spielbetrieb wurde am 14.10.1888 - nach vierzehnjähriger Bauzeit - das neue Theaterhaus von Gottfried Semper und Karl Hasenauer am Ring eröffnet. Als erster elektrisch beleuchteter Monumentalbau erregte das Gebäude beachtliches Aufsehen - wenngleich bühnentechnische und akustische Mängel auftraten, die erst 1897 beseitigt wurden. Das ehemalige Hoftheater wurde der Verwaltung des Staates übergeben. Obwohl das Haus seit 1919 einfach "Burgtheater" heißt, hat sich an seiner Stirnseite ebenso wie an der Rückseite die alte Aufschrift "K.K. Hofburgtheater" unversehrt erhalten.

By Thomas Ledl - Own work, ©
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