Ariadne auf Naxos
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Ariadne auf Naxos – Richard Strauss | Oper
Oper in einem Akt nebst einem Vorspiel
Text: Hugo von Hofmannsthal
Sprache: Deutsch
Über das Werk
Als die geplante Aufführung seiner Opera seria Ariadne auf Naxos im Palast eines Wiener Neureichen mit der Tanzmaskerade einer italienischen Komödientruppe zusammengelegt wird, ist der junge Komponist zunächst verzweifelt.
Dass er sich einverstanden erklärt, ist vor allem der Tänzerin Zerbinetta zu verdanken. In der Oper selbst begegnen wir Ariadne, verlassen und verzweifelt. Erst dem Gott Bacchus gelingt es, sie zu neuem Leben zu erwecken. In der mystischen Vereinigung der beiden bleibt noch Platz für Zerbinettas Spott: »Kommt der neue Gott gegangen, hingegeben sind wir stumm!«
Handlung
VORSPIEL
Im Palais des »reichsten Mannes von Wien« herrscht geschäftige Unruhe. Bedienstete richten die Bühne für den Abend her, während sich hinter den Kulissen zwei völlig verschiedene Truppen auf ihren Auftritt vorbereiten. Die eine soll eine Opera seria aufführen: Ariadne auf Naxos, das Erstlingswerk eines jungen Komponisten. Die andere ist eine auf Improvisation und Komik spezialisierte Commedia-dell’arte-Truppe um Zerbinetta.
Zwischen den Beteiligten fliegen schon vor Beginn die Funken. Sänger, Tänzer und Komödianten begegnen einander mit Misstrauen und Eifersucht. Dann überbringt der Haushofmeister im Namen des Hausherrn eine unerwartete Anweisung: Aus Zeitgründen sollen die beiden geplanten Aufführungen nicht nacheinander, sondern gleichzeitig stattfinden, denn nach dem Theater ist noch ein Feuerwerk vorgesehen.
Für den jungen Komponisten ist das ein Schock. Er sieht sein Werk entstellt, seine künstlerischen Ideale verraten und denkt daran, die Aufführung ganz zurückzuziehen. Der pragmatische Musiklehrer versucht zu vermitteln und die Situation zu retten. Vor allem aber ist es Zerbinetta, die den Komponisten mit Charme, Selbstbewusstsein und Lebenserfahrung aus seiner Verzweiflung herauslockt. Schließlich beugt er sich der Realität. Mit einem Hymnus auf die Musik nimmt er Abschied von seiner ursprünglichen Vorstellung, und die Aufführung beginnt in der neuen, erzwungenen Form.
OPER
Vor einer Höhle auf der Insel Naxos trauert Ariadne um Theseus, der sie verlassen hat. Seitdem ist für sie die Welt zum Stillstand gekommen. Sie sehnt den Tod herbei und nimmt kaum wahr, was um sie geschieht. Auch die drei Nymphen – Najade, Dryade und Echo – können sie nicht aus ihrer Erstarrung lösen.
Dann erscheinen Zerbinetta und ihre Gefährten. Sie versuchen mit Witz, Charme und Theaterkunst, Ariadne aufzuheitern. Vor allem Zerbinetta hält der Verlassenen ihre eigene Erfahrung entgegen: Liebe ist für sie kein einmaliges, unwiderrufliches Schicksal, sondern etwas Bewegliches, Veränderliches. In ihrer großen Arie wirbt sie für den Wechsel, für die Fähigkeit, sich neu zu verlieben und dem Leben nicht eine einzige Form vorzuschreiben.
Ariadne bleibt davon unberührt. Für sie gibt es nur die absolute Treue und den totalen Verlust. Erst als aus der Ferne ein junger Fremder naht, gerät ihre Todessehnsucht ins Wanken. Es ist Bacchus, der eben den Armen der Zauberin Circe entkommen ist, bei der er nicht finden konnte, was er suchte. Er ist erschöpft, suchend und zugleich von göttlicher Strahlkraft.
Ariadne hält ihn zunächst für den Todesboten, den sie herbeigesehnt hat, und geht ihm entgegen. Doch in der Begegnung der beiden verwandelt sich die Situation. Aus Trauer wird Ekstase, aus Verlassenheit eine neue Bindung. Ariadne und Bacchus erkennen im anderen jeweils mehr, als sie erwartet haben: einen Ausweg aus Einsamkeit und Irrfahrt, eine neue Möglichkeit des Lebens. So endet die Oper in einer doppelten Verwandlung: Ariadne und Bacchus treten als ein Paar hervor, das wie neu geschaffen wirkt.
Programm und Besetzung
Haushofmeisterin: Andrea Eckert
Musiklehrer: Michael Nagy
Komponist: Kate Lindsey
Tenor/Bacchus: Daniel Behle
Tanzmeister: Jörg Schneider
Zerbinetta: Serena Sáenz
Primadonna/Ariadne: Golda Schultz
Harlekin: Jusung Gabriel Park
Scaramuccio: Matthäus Schmidlechner
Truffaldin: Simonas Strazdas
Brighella: Daniel Jenz
Echo: Jenni Hietala
Dryade: Anja Mittermüller
Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühne: Rufus Didwiszus
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Franck Evin
Wiener Staatsoper
Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn: U1, U2, U4
Straßenbahnen: 1, 2, D, 62, 65
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Lokalbahn: Badner Bahn
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Geschichte
Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Etwa Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte. Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.
Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog.
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses sind die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften.
Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend verwüstet, doch bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.
Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.
Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt, vor allem als das Haus mit dem größten Repertoire. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer.

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